Das agile Krankenhaus: Flexibler, schneller, erfolgreicher

Agiles Krankenhaus

© Thieme & Frohberg GmbH

Agiles Arbeitem im Krankenhaus – wie gelingt das? Agile Organisationen sind kundenfreundlicher, produktiver und teamorientierter. Sie agieren schneller, erfolgreicher und effizienter als ihre Mitbewerber. Und sie zeichnen sich durch eine überproportionale Qualität – respektive eine geringe Fehlerquote – aus. Agiles Arbeiten liegt derzeit voll im Trend. In Industrie und Wirtschaft ist dieser Ansatz mittlerweile nicht nur angekommen, sondern vielerorts bereits etabliert. Jetzt wird das Thema auch im Gesundheitswesen immer präsenter. Aber geht das überhaupt? Und wie kann der Weg hin zur agilen Klinik aussehen?

Agilität im Krankenhaus – geht das überhaupt?

Agilität zahlt sich aus: Deutlich höhere Margen und überdurchschnittliche Ergebnisse sind die Mehrwerte, die Unternehmen diesem Hype-Ansatz nachsagen. Doch was in der Wirtschaft funktioniert, lässt sich nicht eins zu eins auf die Klinikorganisation übertragen. Und das, obwohl natürlich auch Krankenhäuser – zunehmend – wirtschaftlich agieren müssen, um langfristig zu überleben. Politische Vorgaben und gesetzliche Regularien erschweren allerdings den Weg hin zu einem flexiblen Managementansatz. Und doch ist es möglich. Nämlich dann, wenn man Agilität als neues Mindset versteht. Es geht nicht darum, sich schnell – oder spontan – für neue Investitionen zu entscheiden. Vielmehr steht eine Vision im Vordergrund, die die Klinik flexibel zu verwirklichen versucht.

Ziel ist es also, Lösungskompetenz auch unter erschwerten Bedingungen zu entwickeln und deren Anwendung bzw. Umsetzung zuzulassen. Mitarbeiter im Krankenhaus müssen proaktiv vorgehen, um den Weg hin zur Vision zu realisieren. Ohne Schubladen- oder Sektorendenken. Und das ist vermutlich die größte Herausforderung: Das Klinikmanagement ist gefordert, einen Handlungsrahmen vorzugeben, der klare Grenzen definiert, zwischen denen sich die Mitarbeiter aber frei bewegen können.

Agilität als Teil der Wissenskultur

Ein agiles Mindset wird damit Teil der Wissenskultur. Viele Krankenhäuser sind gerade dabei, sich auf diesen Weg zu machen. Sie schaffen wissensförderliche Rahmenbedingungen, versuchen auf Augenhöhe zu kommunizieren und Feedback zuzulassen. In diesem Zuge bietet es sich regelrecht an, Agilität gleich mit einzuführen. Denn Changemanagement ist in jedem Fall gefordert, wenn starre Hierarchien aufgebrochen und vorgegebene Entscheidungswege in Frage gestellt werden. Was es dafür braucht, ist in erster Linie Zeit. Solche tiefgehenden Veränderungen stellen sich nicht auf Knopfdruck ein. Und es braucht einen – oder mehrere – Vordenker. Ein Leitbild oder eine Gallionsfigur, die mit gutem Beispiel voranschreitet. Die zeigt, wie es geht. Oder zumindest gehen könnte.

Auffällig ist, dass sich die Faktoren agiler Organisationen in weiten Teilen mit den Aspekten decken, die eine lernende Organisation bzw. eine Wissenskultur ausmachen. Dabei handelt es sich um

  • Risikobereitschaft,
  • kurze Entscheidungswege,
  • Fehler als Lernquelle verstehen,
  • Kunden- bzw. Patientenwünsche ernst nehmen,
  • Collaboration und konstruktive Zusammenarbeit sowie
  • die Einbeziehung aller Mitarbeiter von Anfang an.

Das richtige Mindset entscheidet

Damit sich diese Agilitätsleitlinien realisieren lassen, müssen die Mitarbeiter Verantwortung übernehmen (dürfen), mit kritischen Themen offen umgehen (dürfen), sich und ihre Teams selbst organisieren (dürfen), sich stärker einbringen (dürfen), hierarchieübergreifend kommunizieren (dürfen) und starre Abstimmungs- bzw. Entscheidungsstrukturen aufbrechen (dürfen). Und warum „dürfen“? Weil das in weiten Teilen der Krankenhauslandschaft derzeit die größte Baustelle ist: die Mitarbeiter als gleichberechtigte Partner anzusehen. Der Weg dahin führt über viel und offene Kommunikation. Geschafft ist es dann, wenn die Beschäftigten ihre Meinung ohne Angst vor Konsequenzen konstruktiv einbringen und ihr Wissen proaktiv teilen. Ist das der Fall, hat sich die Klinik nicht nur zum agilen Krankenhaus gewandelt, sondern ist gleichzeitig zur Wissensorganisation transformiert. Damit erfüllt sie alle Voraussetzungen, um weitere Zukunftsthemen, wie die Digitalisierung, erfolgreich zu meistern.

 

nl/KWM

 

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