Aktuelle Studie: Welche E-Learning-Trends sind zukunftsträchtig?

E-Learning © Ivelin Radkov/Adobe.Stock.com

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Mit den technologischen Möglichkeiten entwickeln sich auch die digitalen Lernangebote rasant weiter. Einige davon bleiben langfristig relevant für das betriebliche Lernen, beispielsweise Blended Learning. Andere vermeintliche Fortschritte führen dagegen in eine Sackgasse. Oder kennen Sie Unternehmen, die ihre Mitarbeiter noch mit CD-ROMs weiterbilden? Um hier Spreu vom Weizen zu trennen, hat das mmb-Institut im Rahmen der Studie „mmb Learning Delphi 2017/2018“ E-Learning-Experten nach ihrer Einschätzung der aktuellen Trends befragt.

Wie wird innerhalb der nächsten drei Jahre in Unternehmen gelernt?

Als „sehr wichtig“ bezeichnen mehr als 90 Prozent der Experten diese fünf Trends für das betriebliche E-Learning:

  • Blended Learning, bei dem klassische Lernformen mit E-Learning verknüpft werden
  • Erklärfilme für das videobasierte Lernen
  • Micro-Learning, überschaubare Lerneinheiten, die während der Arbeit zum schnellen Lernen beziehungsweise zur Lösung von arbeitsspezifischen Problemen genutzt werden können
  • Mobile Learning, Lern-Apps, die mit mobilen Geräten ortsunabhängig genutzt werden können (zum Beispiel mit dem Tablet direkt am Krankenbett)
  • Virtual-Classroom-Lösungen, bei denen ein Moderator den Teilnehmern ein Thema online näherbringt und dabei direkt für Rückfragen zur Verfügung steht

Nach Ansicht der Befragten wird das formale, von oben angeordnete Lernen in festen Formaten deutlich an Bedeutung verlieren – zugunsten des informellen Lernens, das nach Bedarf spontan und ohne formale Überprüfung erfolgt. Diese These wird durch die hohe Einschätzung von Micro-Learning und Mobile Learning unterstrichen, denn diese beiden Entwicklungen erleichtern das situative Lernen am Arbeitsplatz.

Welche Themen und Inhalte werden im Vordergrund stehen?

An der Spitze der für das E-Learning wesentlichen Lernthemen werden neben Produktschulungen vor allem Pflichtschulungen genannt, bei denen Unternehmen einen Schulungsnachweis für sämtliche betroffenen Mitarbeiter erbringen müssen und die daher regelmäßig auf dem Weiterbildungsplan stehen:

  • Produktschulungen
  • Compliance
  • Anwenderschulungen
  • Arbeitssicherheit / Arbeitsschutz
  • IT-Fachkompetenzen und -Anwendungen

Für weniger relevant halten die Befragten Inhalte, die eher spezifisch für Mitarbeiter angeboten werden, wie spezielle Fachkompetenzen oder kaufmännische Themen.

Welche Kriterien sind für die Wahl von E-Learning-Angeboten entscheidend?

Die Datensicherheit der Produkte spielt nach Ansicht der E-Learning-Experten mittlerweile die größte Rolle beim Vergleich von Lerntechnologien und -inhalten. Dies ist sicher auch der „EU-DatenschutzGrundverordnung“ geschuldet, mit der ab Mai 2018 strengere gesetzliche Vorgaben für die Speicherung von Nutzerdaten gelten.

An zweiter Stelle wird ein niedrigschwelliger Zugang zum digitalen Lernen genannt. So sollen die Mitarbeiter leicht auf Lerninhalte und -systeme zugreifen können, ohne komplexe Oberflächen und Menüführungen bewältigen zu müssen. Auf Rang drei stehen die Möglichkeiten, das Lernangebot sowohl inhaltlich an den Bedarf der Mitarbeiter, wie auch optisch an das Erscheinungsbild des Unternehmens anzupassen.

Qualitätsnachweise, wie Zertifikate oder Gütesiegel, der Umfang von Funktionen und Inhalten sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis werden als weniger entscheidende Kriterien für die Auswahl eines Lernsystems gesehen.

Zur Studie

Die Trendstudie „mmb Learning Delphi“ wird bereits seit zwölf Jahren jährlich vom mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH durchgeführt. Für die aktuelle Ausgabe waren im vergangenen Herbst/Winter 61 Experten aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der Fachpresse in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt worden. Die kompletten Studienergebnisse finden Sie im mmb-Trendmonitor unter: www.mmb-institut.de/mmb-monitor/aktuell.html

Passend zum Thema lesen Sie auch hier im Blog den Beitrag: Weiterbildung muss sich dem Klinikalltag anpassen – nicht umgekehrt

Bildquelle: © Ivelin Radkov/Adobe.Stock.com

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