Ansätze & Ziele von Qualitätsmanagement im Krankenhaus

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©clipdealer/ Qualitätsmanagement im Krankenhaus

Eine zentrale Rolle in der Krankenhausstruktur nimmt das Qualitätsmanagement (QM) ein, dessen Aufgabenbereich besonders ressourcenintensiv ist. Nicht selten werden sie daher als rein bürokratischer Leistungsbereich gesehen. Allerdings leistet QM deutlich mehr. Was bringt Qualitätsmanagement also wirklich? Wie setzt man es am besten um? Und ist der Nutzen tatsächlich messbar?

Methodenauswahl: Welche Ansätze gibt es?

Für das Qualitätsmanagement existieren zahlreiche Ansätze. Und auch wenn das KTQ-Verfahren (Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen) im Klinikbereich weit verbreitet und auf die speziellen Rahmenbedingungen im Gesundheitssektor ausgerichtet ist, steht das Konzept mittlerweile nahezu gleichberechtigt neben der allgemeinen ISO-Norm 9001:2015. Neben diesen beiden Schwergewichten gibt es noch zahlreiche weitere Methoden, u.a.:

  • DIN EN 15224: Eine auf der ISO 9001 beruhende, europäische Qualitätsmanagement-Norm, die neben allgemeinen Anforderungen an die Organisation auch auf die Spezifika im Gesundheitswesen abzielt.
  • EFQM (European Foundation for Quality Management): Obwohl das Konzept nicht explizit für den Health Sector entwickelt wurde, kommt es aufgrund seines Tota-Quality-Ansatzes auch in Krankenhäusern & Co. häufig zum Einsatz.
  • IQMP-Reha, KTQ-Reha, QMS-Reha, QReha: Qualitätsmanagement-Systeme, die speziell auf Rehabilitationseinrichtungen ausgelegt sind.
  • OnkoZert: Ein Zertifizierungssystem zur Überprüfung von Organkrebs- und Onkologischen Zentren.

Nutzen: Was bringt Qualitätsmanagement wirklich?

Auch wenn Kliniken gesetzlich dazu verpflichet sind, steht das Qualitätsmanagement in erster Linie für Patientensicherheit. Und das ganz unabhängig vom gewählten Konzept: Prozesse müssen transparent und die Informationsflüssenachvollziehbar sein. Zudem soll relevantes Wissen immer punktgenau zur Verfügung stehen. Dadurch lassen sich Fehler reduzieren, Abläufe beschleunigen, Doppelarbeiten vermeiden und die Patientenzufriedenheit erhöhen.

Internes oder externes Qualitätsmanagement?

Wie und wo genau das Qualitätsmanagement greift, hängt unter anderem davon ab, ob es sich bei den Maßnahmen um interne oder externe Qualitätssicherung handelt. Intern zahlt es sich zum Beispiel durch Standardisierung oder bessere Strukturierung aus, was sich in der Folge z. B. in Form geringerer Fehlerquoten und -kosten bemerkbar macht. Extern hingegen kann Qualitätsmanagement dazu beitragen, als Klinik attraktiver zu werden und sich im Wettbewerb gegen konkurrierende Einrichtungen durchzusetzen. Auch das hat – oft zeitversetzte – indirekte Effekte, wie bessere Marktposition, steigende Patientenzufriedenheit und damit höhere Einnahmen. Diese nachgelagerten Mehrwerte lassen sich durchaus messen. Allerdings nur dann, wenn Kliniken die entsprechenden Kennzahlen bereits im Vorfeld ihrer Qualitätsmanagement-Maßnahmen festlegen und erheben.

Und was hat das mit Wissensmanagement zu tun?

Qualitäts- und Wissensmanagement gehen in Kliniken Hand in Hand. Als hochgradig wissensintensive Organisationen ist es vor allem die Ressource Wissen – auch in Form von Erfahrungen -, die oft den entscheidenden Unterschied darstellt. Nicht umsonst hat die ISO 9001 seit ihrer umfassenden Revision im Jahr 2015 den bewussten Umgang mit dem Mitarbeiter-Know-how zum Kernelement ihrer Neuerungen gemacht. Welches Wissen im Krankenhaus bereits vorhanden ist, wo kritische Wissenslücken drohen und wie sich diese nachhaltig schließen lassen, ist seither Teil des QM-Audits – ein Aspekt, den Kliniken auch unabhängig von der ISO 9001 für ihr Qualitätsmanagement stets im Auge behalten sollten.

 

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Nicole Lehnert/KWM-Redaktion

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