ARD-Film über Hygienemängel im Krankenhaus

Hygienemängel in einer Klinik und der Versuch, diese zu vertuschen. Darum geht es am kommenden Filmmittwoch im Ersten. Mit dem Fernsehfilm „Götter in Weiß“ greift die ARD ein brisantes Thema auf, das schon vor der Ausstrahlung für Diskussionen sorgt. „Eine überspitzte Darstellung vor dem Hintergrund bekannt gewordener Hygieneskandale“, sagen die einen. „Panikmache!“, erklären andere.

Während einer Routineoperation erleidet die kleine Leah einen allergischen Schock. Die verantwortliche Chirurgin Anna steht zunächst vor einem Rätsel. Schließlich findet sie heraus, dass die Komplikationen auf die Gabe eines Antibiotikums zurückzuführen sind, dass sie selbst jedoch nicht verabreicht hat. Als sie der Sache nachgeht, erkennt sie, dass die Klinik ein massives Hygieneproblem hat. Aufgrund eines keimverseuchten OP-Saals werden allen Patienten, die dort operiert werden, prophylaktisch Antibiotika gegeben. Ärzte und Klinikbetreiber wissen davon, versuchen das Problem jedoch zu vertuschen, weil es die Einrichtung in den finanziellen Ruin treiben würde.

Hitzige Diskussionen schon vorab

Die Ärztekammer Berlin zeigte den Film letzte Woche in einer Vorabvorführung. Im Anschluss waren Filmemacher und Vertreter aus dem Gesundheitswesen eingeladen, gemeinsam über das Thema Hygienemängel zu diskutieren. Für Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), bildet der Film die Realität nicht ab. Vielmehr schüre die Darstellung Misstrauen und Angst unter Patienten. 3.000 bis 4.000 vermeidbaren Infektionsfällen mit Todesfolge stünden die 20 Millionen Krankenhausfälle pro Jahr gegenüber. Regisseur Elmar Fischer warf ihm daraufhin vor, dass er die Zahl der Opfer von nosokomialen Infektionen einfach so in den Raum stelle. „Das sind alles Menschen, die gestorben sind!“, betonte Fischer laut einem Bericht auf aerztblatt.de.

Film spitzt Problem zu

Dr. Christian Handrock, der bis 2015 im Vorstand der Berliner Ärztekammer war, stand dem Filmteam als Fachberater zur Seite. Seiner Meinung nach spitze der Krimi das Problem zu, um es deutlich zu machen. Für ihn durchaus legitim. „In Deutschland hat es im Übrigen tatsächlich Fälle gegeben, in denen die Ausbreitung lebensbedrohlicher Keime verschleppt und verheimlicht worden ist. Die Rahmenbedingungen, unter denen Krankenhäuser heute stehen, tragen dazu bei, dass solche Missstände in einigen Fällen wohl unter den Teppich gekehrt werden, so wie im Film dargestellt“, erklärt er im Interview zum Film auf der Internetseite der ARD.

Wer möchte, kann sich am kommenden Mittwoch, den 15. November 2017, nun selbst eine Meinung bilden. Von 20.15 bis 21.45 Uhr strahlt das Erste den Film für das breite Publikum aus.

Quellen:
Internetseite zum Filmmittwoch im Ersten: Götter in weiß
ARD-Film löst Streit um Umgang mit mangelnder Krankenhaushygiene aus, aerzteblatt.de vom 8.November 2017

cp/KWM

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