Arzt-Patienten-Kommunikation europaweit verbessern

Arzt-Patient-Gespräch © WavebreakmediaMicro/ Adobe.Stock.com

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Eine neue Online-Lerneinheit schult Ärzte und andere Gesundheitsfachkräfte für Gespräche mit Patienten. Die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden hat das Online-Tool gemeinsam mit europäischen Projektpartnern entwickelt. Jetzt steht das Kommunikationstraining in mehreren Sprachen kostenfrei zur Verfügung.

Verstehen sich Arzt und Patient hat das ganz unmittelbar Einfluss auf die Behandlung: Medikamente werden besser eingenommen und wichtige Therapieschritte konsequent mitgegangen. Aber wie rede ich als Arzt am besten mit den Patienten und was darf ein Patient von seinem behandelnden Arzt kommunikativ erwarten? Diese Frage stellen sich viele Mediziner, und auch Pflegekräfte täglich neu.

Das Training zur Arzt-Patienten-Kommunikation lädt dazu ein, in Zukunft die richtigen Worte zu wählen, wenn es darum geht, Untersuchungen, Befunde, Diagnosen oder bevorstehende Therapiemaßnahmen zu erklären. Der Kurs und alle Materialien sind für interessierte Personen nach Registrierung frei verfügbar. Das Trainingsprogramm umfasst Grundlagen der Kommunikation und schult spezifische Kommunikationskompetenzen für schwierige Gesprächssituationen im Arzt-Patienten-Kontakt. Entwickelt haben es maßgeblich Mitarbeiter des Bereiches Psychosoziale Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden sowie der Forschungsverbund Public Health Sachsen.

Praxisnah und europaweit einsetzbar

Die Frage nach einer besseren Patientenkommunikation beschäftigt praktizierende Ärzte und Pflegefachkräfte in Deutschland sowie auch in anderen europäischen Ländern. Deshalb wurde das Training gemeinsam mit europäischen Projektpartnern aus Griechenland, Polen, Spanien und Zypern erarbeitet. Aufgrund der europäischen Vernetzung stehen alle Materialien des Trainings auf Deutsch, Englisch, Griechisch, Polnisch und Spanisch zur Verfügung. Gefördert wurde das Kommunikationstraining von Erasmus+ im Rahmen des Projektes „Health Communication Training for Health Professionals in Europe“ (H-Com). Das Projekt hat seit 2015 das Ziel, innerhalb der EU einheitliche Standards beim Erwerb von Gesprächsführungskompetenzen im Gesundheitswesen zu fördern.

„Unsere Arbeitsweise war von Anfang an praxisorientiert“, sagt Victoria-Luise Batury, Koordinatorin des H-Com Projektes auf deutscher Seite. So erfassten die Verantwortlichen systematisch europaweit existierende Programme zur Arzt-Patienten-Kommunikation in einer Online-Datenbank. Diese sind auf www.h-com.eu veröffentlicht. Darüber hinaus fanden in allen beteiligten Ländern moderierte Gruppendiskussionen mit Ärzten, Patienten und weiteren Experten aus dem Gesundheitswesen statt. Dabei wurden die Problemfelder der Arzt-Patienten-Kommunikation gemeinsam identifiziert. An einer europaweiten Online-Umfrage zum Thema haben sich mehr als 700 Personen beteiligt. Eine systematische Literaturrecherche in den wichtigsten Datenbanken mündete in einem ausführlichen Überblick, der ebenfalls über die Website einsehbar ist. „All das war für uns die Grundlage, um ein europaweit einsetzbares Workshop-Programm zu entwickeln“, fügt Professor Hendrik Berth, Leiter des deutschsprachigen H-Com Projekts, hinzu.

Erste Reaktionen fallen positiv aus

Erste Reaktionen von Nutzern loben den europäischen und interdisziplinären Ansatz des Online-Trainings, heißt es in der offiziellen Meldung der TU Dresden. Die Anerkennung als ärztliche Fortbildungsveranstaltung ist bei der Sächsischen Landesärztekammer beantragt. Interessierte finden das Tool mit allen Materialien zum Kommunikationsworkshop unter http://h-com.eu/

Quelle:
Reden ist Gold! Pressemeldung der Medizinischen Fakultät Gustav Carus der TU Dresden vom 18.9.2018

cp/KWM
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