Ausgezeichnete Kommunikation am Klinikum Dortmund

Marc Raschke mit dem „Goldenen Apfel“ auf der Preisverleihung in Berlin. © Klinikum Dortmund

Letzte Woche war es wieder soweit. Im Berliner Friedrichsstadt-Palast hat der Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) den „Goldenen Apfel“ für die „Pressestelle des Jahres“ verliehen. In der Kategorie „Politik und Verwaltung“ ging der Preis erstmals an eine Klinik. Das Klinikum Dortmund überzeugte die Jury mit seiner Initiative klinikumlive@socialmedia – eine Art digitale Sprechstunde. Ein Kommunikationsbeispiel aus der Praxis, das Schule machen könnte.

Als „humorvoll und informativ“ bewerteten die Juroren die Arbeit von Marc Raschke, der die Unternehmenskommunikation am Klinikum Dortmund leitet. Seit diesem Jahr dreht er Kurzfilme zu verschiedenen medizinischen Themen. Im Gespräch mit Ärzten des Klinikums thematisiert er verschiedene Krankheitsbilder oder Therapieverfahren. An anderer Stelle berichtet ein Assistenzarzt über sein Praktisches Jahr (PJ) oder ein Krebspatient über seine Erfahrungen. Die technische Ausrüstung ist einfach: Ein Handy, ein Stativ und zwei Lampen. Seit April dieses Jahres sind so über 30 Kurzfilme entstanden, die über facebook und Instagram abrufbar sind und bereits über eine Million Zuschauer erreicht haben.

Virtuelle Patientenbindung

Marc Raschke im Gespräch mit dem Diabetologen Dr. Risse. © Klinikum Dortmund

Den Impuls für klinikumlive@socialmedia hat Marc Raschke der Kommunikationskongress 2016 gegeben. Der zunehmende Medienschwund in Dortmund zwang ihn förmlich dazu, neue Kanäle für die Unternehmenskommunikation zu finden. Eine Veranstaltung zum Thema Influencer, also Meinungsführern und Multiplikatoren in sozialen Netzwerken, brachte ihn auf die Idee: Warum nicht medizinische Inhalte statt Stylingtipps für facebook und Instagram aufbereiten, fragte er sich und setzte sein Vorhaben in die Tat um: Seit einigen Monaten steht oder sitzt er mit Experten des Klinikums an Originalschauplätzen wie dem OP oder der Kinderstation und spricht mit ihnen über patientenrelevante Themen. Wenn das Bild mal wackelt oder Personal durchs Bild läuft, wirkt das nicht störend, sondern authentisch. Zudem wissen die Zuschauer: Diesen Arzt gibt es wirklich und ich wüsste auch, wo ich ihn finde.

Oft ergeben sich neue Themen im Gespräch vor der Kamera

Bei der Themenauswahl lässt sich Marc Raschke von den Ärzten inspirieren, die sich bereit erklären, vor die Kamera zu treten. Die Inhalte müssen dabei zielgruppenrelevant sein und sich kurz und knapp aufbereiten lassen. „Im Rahmen der Live-Chats entstehen im Gespräch mitunter auch neue Themen, die wir im Nachgang als Pressemeldung dann an die klassischen Medien versenden können“, erklärt er. Diese optimale Verzahnung zwischen online und „analogen“ Medien steigert nicht nur die mediale Reichweite, sondern war auch ausschlaggebend für die Auszeichnung zur „Pressestelle des Jahres“.

Aber ist es nicht schwierig, Ärzte dazu zu bringen, sich vor eine Kamera zu stellen und medizinische Inhalte verständlich zu kommunizieren? „Nein“, so Raschke. „Wenn es nur ein paar gibt, die es vormachen, kommen auch die, die sich zunächst zieren.“

Quellen:
Klinikum Dortmund erhält Auszeichnung als „Pressestelle des Jahres“, Pressemeldung des Klinikums Dortmund
BdP zeichnet „Pressestelle des Jahres“ 2017 aus, PR-Journal vom 22.9.2017

cp/KWM
Bildquelle:
© Klinikum Dortmund und vinzstudio/adobe.stock.com

 

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