Brauchen Krankenhäuser eine Wissensdatenbank?

Fach- und Erfahrungswissen sind die wichtigsten Bausteine für erfolgreiche Medizin. In Krankenhäusern ist entsprechendes Know-how folglich permanent im Umlauf: Neues Wissen wird generiert, bestehendes modifiziert. Damit neue Erkenntnisse allen zugutekommen, sollte Wissen stets Eingang in eine Wissensdatenbank finden. Doch nicht nur für den internen Wissenstransfer sind entsprechende Plattformen sinnvoll, sondern auch für die Kommunikation nach außen, beispielsweise mit potenziellen Patienten.

Wissensdatenbanken für neues Wissen

Eine neue Studie? Erkenntnisse von einer internationalen Tagung? Oder Erfahrungen aus der letzten Tumorkonferenz? Mediziner und Pflegekräfte lernen tagtäglich hinzu – und davon profitieren ihre Patienten. Doch solange die Klinikmitarbeiter ihr neu generiertes Wissen nicht aktiv (ver-)teilen, ist der Nutzen nur punktuell. Oder anders gesagt: Es wird personenabhängig, ob einem Patienten das neueste Wissen zugutekommt oder eben nicht. Ziel muss es aber sein, alle am Behandlungsprozess Beteiligten auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Das gelingt unter anderem durch Wissensdatenbanken. Wichtig ist, dass die Dokumentation neuer Wissenseinheiten so einfach wie möglich gelingt. Schließlich bleibt im eng getakteten Klinikalltag wenig Zeit für zusätzliche Dokumentationsaufgaben. Sprachassistenten können hier beispielsweise helfen, neue Erkenntnisse aufzunehmen und am richtigen Ort abzuspeichern. Zudem gilt die Wissenskultur in der Klinik als wichtiger Erfolgsfaktor für den Wissenstransfer: Leben auch Ober- und Chefärzte vor, dass sie Wissen aktiv teilen und ihr Know-how in eine Wissensdatenbank einfließen lassen, dann erfüllen sie damit eine Vorbildfunktion, die zum Nachahmen anregt.

Wissensdatenbanken für bestehendes Wissen

Doch nicht nur neues Wissen muss zum Abruf bereitstehen, auch vorhandenes Wissen sollte schnell und unkompliziert zugänglich sein. Müssen beispielsweise Medizingeräte bedient werden, können die erforderlichen Handgriffe und möglichen Einstellungen mittels einer Wissensdatenbank abgerufen werden. Allerdings darf es sich dabei nicht um eine starre Plattform handeln, bei der erst umständlich Gerätenamen oder Seriennummern eingegeben werden müssen. Ausgestattet mit einem QR-Code lassen sich Gerätepässe mit nur wenigen Handgriffen via Smartphone aus der Wissensdatenbank aufrufen. Idealerweise handelt es sich bei den verfügbaren Anleitungen nicht um seitenlange Handbücher. Kurze Videoclips eignen sich viel besser, um die Bedienung zu vermitteln.

Wissensdatenbanken für Patienteninformationen

Krankenhäuser sind längst zu Wirtschaftsunternehmen geworden, die im Wettbewerb um Patienten zueinander stehen. Die Expertise der gesamten Klinik ist dafür ebenso wichtig wie die einzelner Fachrichtungen oder Mediziner. Aber auch die Patientenbindung gilt als wichtiger Baustein: Wer mit Hilfe einer Wissensdatenbanken wertvolles Gesundheitswissen bereitstellt, der gewinnt bei potenziellen Patienten an Attraktivität. Begleiten beispielsweise Geburtsstationen schwangere Frauen mit einem Informationsdienst zu den wichtigsten Neuigkeiten der jeweiligen Schwangerschaftswoche und geben wertvolle Tipps für die 40 Wochen bis zur Entbindung, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Frauen nicht nur für eine Entbindung in der entsprechenden Klinik entscheiden, sondern auch später mit ihren Kindern wiederkommen.

Wissen zielgruppengerecht aufbereiten

Wissen ist im Krankenhaus im Überfluss vorhanden. Wichtig ist es, dieses Know-how transparent zu machen und zielgruppenspezifisch aufzubereiten – entweder für die Kolleginnen und Kollegen oder für bestehende bzw. künftige Patientinnen und Patienten.

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