Chatbots – smarte Assistenten im Krankenhausalltag?

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So genannte Chatbots, also smarte Assistenten, die auf Zuruf reagieren, sind im privaten Umfeld vermutlich schon weitgehend etabliert. In schriftlicher Formen findet man sie auch auf vielen Websites. Sie nehmen eigenständig und ohne menschliches Eingreifen Kontakt zu den Usern auf und bieten Hilfe oder Informationen. Aber im Krankenhaus? Heißt es hier schon bald: „Alexa, stell eine Diagnose!“? Das ist sicher zu weit hergeholt! Aber insbesondere für administrative Prozesse eignet sich der Einsatz von Chatbots – vor allem im Krankenhaus.

Wie funktionieren Chatbots?

Chatbots (kurz: Bots) sind selbstlernende Assistenten. Sie stammen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und sind damit ein Teil des IT-gestützten Wissensmanagements. Konzipiert als Dialogsysteme reagieren sie auf Eingaben in schriftlicher oder mündlicher Form und suchen nach der richtigen oder zumindest naheliegendsten Antwort im verknüpften Datenbestand. Dabei lassen sie sich trainieren, so dass ihre Trefferquoten immer exakter und die Reaktionszeiten permanent kürzer werden. Im Gegensatz zum Mensch brauchen Chatbots keine Pausen oder Ruhezeiten, sondern stehen rund um die Uhr für Antworten bereit.

Was können Chatbots im Krankenhaus leisten?

Der Einsatz von Chatbots empfiehlt sich hauptsächlich für die Informationsversorgung und für klar definierte Routineprozesse, wie

  • die Terminvereinbarung
  • die Anmeldung
  • die Bereitstellung von weiterführenden Informationen oder
  • die Beantwortung häufig gestellter Fragen (FAQs)

Zudem können Chatbots allgemeine Informationen zur Klinik oder der Station liefern. Sie sammeln Feedback ein und weisen den Weg zur nächsten Toilette, zum Empfang oder ins Labor.

Chatbots im Klinikbetrieb und in der Nachbetreuung

Chatbots haben zudem das Potenzial, die Patientenversorgung dahingehend zu unterstützen, dass sie Zeitungen oder Zeitschriften vorlesen, die aktuellen Nachrichten wiedergeben oder auf Wunsch auch mal einen Witz erzählen. Das sorgt insbesondere bei bettlägerigen Patienten für Abwechslung im sonst oft tristen Klinikalltag, in dem den Mitarbeitern immer weniger Patientenzeit zur Verfügung steht.

Darüber hinaus können Chatbots bei Bedarf den zuständigen Pfleger informieren. Und zwar nicht nur per Klingelzeichen, sondern mit einem konkreten Hinweis. So kann er die Dringlichkeit einschätzen und bei Bedarf das benötigte Glas Wasser oder die Blumenvase direkt mitbringen. Das spart doppelte Wege und verbessert die Patientenversorgung.

Dementsprechend helfen Chatbots in der Nachbetreuung, Vitalwerte zu überprüfen oder Reha-Maßnahmen zu überwachen. Folglich können sie sogar im Ernstfall eigenständig den Notarzt alarmieren.

Eine wertvolle Ergänzung für Medizin und Pflege

Damit werden virtuelle Medizin-Assistenten zu allgegenwertigen Begleitern, die den Patienten permanent zur Seite stehen. Zumal sie keinesfalls eine Konkurrenz für Ärzte und Pfleger sind, aber eine Ergänzung und Entlastung, von der alle Beteiligten profitieren.

nl/KWM

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