Connected: Den Wissensaustausch fördern

Hände bilden ein Netzwerk © koszivu – Fotolia.com

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Mein Wissen, Dein Wissen – auch wenn das Denken in solchen Schubladen in vielen Krankenhäusern noch gängige Praxis ist, entspricht es nicht (mehr) den Kategorien unserer vernetzten Wissensgesellschaft. Statt das eigene Know-how streng abzugrenzen, sollte das Klinikpersonal in einen aktiven Austausch treten: mit den Kollegen, aber auch den Vorgesetzten. Innerhalb der Organisation ebenso wie mit externen Partnern und Einrichtungen. Das macht durchaus Sinn, klingt in der Theorie gut – lässt sich aber in der Praxis nicht durchführen? Dann probieren Sie es beispielsweise einmal mit einem Essens Rodeo.

Kommen Sie miteinander ins Gespräch

Die Assistenzärzte in Ihrer Klinik würden sich sicher gern einmal mit den Chefärzten austauschen. Bestimmt würde auch eine offene Kommunikation zwischen Pflegern und Ärzten Mehrwerte bringen. Und ein Blick über den Tellerrand hinaus kann ungeahnte Einsichten oder neue Ideen nach sich ziehen. Vertreter von Krankenkassen, zuweisende Ärzte oder eine Verwaltungsmitarbeiterin aus dem nächsten Universitätsklinikum. Sie alle können mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen dazu beitragen, Ihren eigenen Horizont zu erweitern und Ihr Krankenhaus voranzubringen.

Dieser Ansatz entspricht dem aus dem Wissensmanagement bekannten Konzept des „Lernen von den Besten“. Dabei geht es aber weniger um ein tatsächliches Benchmarking, sondern um den gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Dieser sollte am besten im Kleinen – also klinikintern – beginnen. Nach den ersten eigenen, vermutlich positiven Erfahrungen, kann ein Roll-out auf externe Partner erfolgen.

Geht nicht, gibt’s nicht

Das haben Sie schon versucht? Es gab zu wenig Interesse? Oder es mangelte schlichtweg an der dafür erforderlichen Zeit? Dann versuchen Sie es nochmal. Mit einem neuen Konzept. Denn Netzwerke fördern nachweislich den Wissensaustausch. Und viele Probleme im Klinikalltag sind schlichtweg die Folge mangelnder oder falscher Kommunikation. Und wenn dadurch Missverständnisse entstehen oder sich Prozesse nicht optimal umsetzen lassen, dann gehen Ihrer Einrichtung damit wesentlich mehr Zeitressourcen verloren als durch ein – zum Beispiel – monatliches Treffen von Schlüsselpersonen.

Die richtigen Rahmenbedingungen sind entscheidend

Es kommt also auf einen Versuch an! Dieser muss allerdings so gestaltet sein, dass die Rahmenbedingungen den Wissensaustausch auch tatsächlich fördern. Das bedeutet insbesondere:

  • Das Treffen darf nicht unter Zeitdruck oder zwischen zwei Terminen stattfinden. Folglich sollte es am besten außerhalb der regulären Arbeitszeit angesetzt werden, allerdings ohne dass dadurch Überstunden entstehen oder die Beteiligten es als eine zusätzliche Belastung empfinden.
  • Zudem sollte ein weitgehend neutraler Ort gefunden werden, an dem sich alle wohl fühlen und auf den keiner einen „Herrschaftsanspruch“ hat. Also beispielsweise nicht im Chefarzt-Büro.
  • Und: Das Treffen muss zeitlich begrenzt sein. Auch die Teilnehmer sind im Vorfeld festzulegen. Dabei gilt: Die Mischung macht’s. Es sollte also gewährleistet sein, die „richtigen“ Personen miteinander ins Gespräch zu bringen und so viel Abwechslung zu bieten, dass es keinem langweilig wird.

Wissensaustausch beim After Work oder Mittagessen

Um diese Kriterien zu realisieren, eignen sich insbesondere After-Work-Treffen. Nicht umsonst erfreuen sie sich landein, landaus großer Beliebtheit. Hier findet, zum Beispiel bei einem Feierabendbier, ganz ungezwungen ein aktiver Wissensaustausch statt. Das funktioniert sowohl organisationsintern als auch branchenübergreifend.

Aber es ist, zugegeben, nicht für jeden das Richtige. Nach Feierabend warten die Kinder oder der Partner zu Hause. Und was im Klinikbetrieb für den einen der Startschuss in den Feierabend ist, bedeutet für den Kollegen der Beginn einer langen Schicht. Diese Herausforderungen gibt es allerdings nicht nur im Gesundheitswesen. Auch die Wirtschaft kennt solche Situationen – und hat eine praktikable Antwort darauf gefunden: das Essens Rodeo. Es verbindet das Nützliche mit dem Angenehmen, indem wechselnde Personen miteinander zum Essen gehen. Dafür reicht auch schon die Mittagspause in der Kantine. Oft nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, sorgt es dafür, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, die sich ansonsten vielleicht nie unterhalten würden. Natürlich lässt es sich auch gezielt steuern, wer mit wem ein „Date“ zum Wissensaustausch hat – und wer lieber nicht. Unerwartete Erkenntnisse und ein aktiver Wissensaustausch sind damit auf jeden Fall garantiert.

nl/KWM
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