Das digitale Krankenhaus: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Digitale Transformation © wladimir1804/ Adobe.Stock.com

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Wie digital sind deutsche Krankenhäuser? Dieser Frage ist das Deutsche Krankenhausinstitut e. V. (DKI) nachgegangen. Gemeinsam mit dem Branchencenter Gesundheitswirtschaft der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat der Verband kürzlich 173 Allgemeinkrankenhäusern mit über 100 Betten befragt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Zentrale Herausforderungen: Finanzen, Personal und Technik

80 Prozent der Kliniken beklagten unzureichende finanzielle Mittel beziehungsweise hohe Kosten, die mit einer digitalen Veränderung einhergehen. Nur für 20 Prozent stellen Investitionen in diesem Bereich keine Herausforderung dar.

Als Bremsklotz für weitere Entwicklungen nannten zwei Drittel, fehlendes Personal in der IT-Abteilung. Eine unzureichende Qualifikation der IT-Mitarbeiter bemängelt etwas weniger als ein Drittel der Häuser.

Eine weitere Herausforderung sehen die Befragten in der Qualifikation und der Akzeptanz neuer Technologien jenseits der IT-Abteilung. Zwei Drittel der Krankenhäuser erklären, dass es vielen Krankenhausmitarbeitern in den Fach- und Funktionsbereichen an notwendigem IT-Wissen fehlt. Daraus ergebe sich auch eine mangelnde Bereitschaft, die notwendigen technischen Veränderungen mitzutragen, erklären mehr als die Hälfte der Befragten.

Elektronische Bildverarbeitung ist bei den meisten etabliert

Mehr als die Hälfte der Befragten nutzen in ihrer Klinik digitale Dokumentationssysteme wie eine elektronische Bildverwaltung. Weniger als die Hälfte hat jedoch eine einheitliche krankenhausweite elektronische Patientenakte. Telematische und telemedizinische Anwendungen, wie Telekonsile und Telemonitoring, sind noch kein fester Bestandteil des Klinikalltags. Auch eine IT-gestützte Entscheidungsfindung bei Diagnostik und Therapie wird standardmäßig nur bei zwei Prozent eingesetzt.

Der Wille zur Digitalisierung ist da

In den letzten drei Jahren sind die Mitarbeiterzahlen in der IT in mehr als der Hälfte der Häuser gestiegen. Jeweils rund drei Viertel der Krankenhäuser haben ihre IT-Budgets in diesem Zeitraum erhöht oder planen dies für die nächsten drei Jahre. 87 Prozent der Häuser haben eine IT-Strategie. Diese verfolgt überwiegend eine Verbesserung der vorhandenen IT und lehnt sich an die Geschäftsziele der Klinik an. Allerdings ist die Strategie nach Ansicht der Studienautoren in vielen Fällen noch nicht nachhaltig genug.

Fazit

Die Potenziale der Digitalisierung würden zwar erkannt, seien aber vielfach noch ausbaufähig, erklären sie. Das läge nicht zuletzt daran, dass finanzielle Mittel fehlten. Für sie ist daher ein öffentliches Investitionsprogramm dringend erforderlich. Umgekehrt müssten die Kliniken dafür Sorge tragen, dass die Fördermittel effektiv und effizient für die Digitalisierung von Prozessen eingesetzt und die Mitarbeiter entsprechend weitergebildet werden.

Alle Studienergebnisse finden Interessierte auf der Internetseite des DKI.

Quelle:
Deutsches Krankenhausinstitut e.V.

cp/KWM
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