Das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Wissensmanagement im Gesundheitswesen

Kosten-Nutzen © himself100/Adobe.Stock

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Budgetbeschränkungen gehören zu den häufigsten Gründen, Maßnahmen des Wissensmanagements von der Klinik-Agenda zu streichen oder auf der To-do-Liste ganz nach unten rutschen zu lassen. Und das, obwohl den Verantwortlichen die Dringlichkeit entsprechender Projekte in den allermeisten Fällen sogar bewusst ist. Es stellt sich die Frage: Ist Wissensmanagement im Gesundheitswesen wirklich so teuer, dass es trotz hoher Umsetzungspriorität immer wieder auf die lange Bank geschoben werden muss?

Was ist Wissensmanagement?

Die Disziplin Wissensmanagement fokussiert auf den effizienten Umgang mit Daten aus heterogenen Quellen. Oftmals wird diese Maßnahme mit der Einführung einer – mitunter teuren – Softwarelösung gleichgesetzt. Das ist aber falsch! Denn Wissensmanagement stellt den Faktor Mensch in den Vordergrund. Technik ist oftmals nur Mittel zum Zweck, um die stetig steigenden Informationsmengen in ihrer zunehmenden Komplexität verarbeiten zu können.

Digitale Lösungen unterstützen

Dass Wissensmanagement eben nicht ausschließlich technikgetrieben ist, zeigt sich darin, dass es im Grunde auch ohne IT funktioniert. So lässt sich beispielsweise das Erfahrungswissen von langjährigen Klinikmitarbeitern am besten in Form von Mindmaps bzw. Wissenslandkarten sichern. Das geht ganz klassisch auch mit Papier und Kugelschreiber. Um es schneller, effizienter und unabhängig von Ort und Zeit verfügbar zu machen, empfiehlt sich allerdings eine Software-Lösung. Der Erfolg, ob der Wissensträger sein Know-how nun bereitwillig teilt oder nicht, ist aber keine Frage des verwendeten Mediums.

Wissensmanagement ist eine Frage der Einstellung

Wissensmanagement beginnt stattdessen im Kopf. Mitarbeiter müssen von den Mehrwerten überzeugt sein, ihr Wissen frei verfügbar zu machen und aktiv zu teilen. Ob sie dazu bereit sind, ist wiederum eine Frage der Klinikkultur. Herrschen hier wissensförderliche Rahmenbedingungen, dann werden Wissensaustauch, Kommunikation und Vernetzung auch gelingen. Zu diesen wichtigen organisationalen Voraussetzungen zählen insbesondere:

  • Kommunikation auf Augenhöhe,
  • hierarchieübergreifende Wertschätzung (nicht nur buttom-up, sondern auch top-down),
  • eine ausgeprägte Feedbackkultur sowie
  • die Überzeugung, dass Fehler als Lernquellen dienen.

Kontraproduktiv sind hingegen „Wissen ist Macht“-Einstellungen, Kommunikation per „Gießkannenprinzip“ und Angst vor Fehlern.

Jeder Führungsverantwortliche sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen, um als Vorbild für seine Mitarbeiter zu dienen.

Wissensmanagement im Gesundheitswesen lohnt sich

Wer es schafft, eine authentische Wissenskultur in seinem Krankenhaus zu etablieren, der lebt erfolgreiches Wissensmanagement – und ebnet den Weg für die IT-gestützte Umsetzung im Rahmen des digitalen Wandels. Das ist dann mit monetären Aufwänden verbunden, die aber aufgrund der positiven Prognose in einer Wissenskultur überschaubar bleiben sollten. Bis dorthin gibt es Wissensmanagement quasi zum Nulltarif.

nl/KWM
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