Der Dienstplan: Das ist Pflegenden wichtig!

Dienstplan © andyller/Adobe.Stock.com

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Was zeichnet einen guten Dienstplan aus? Danach fragte der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) im Rahmen seiner Initiative „Mein Beruf:Pflegen“. Von Anfang Dezember des vergangenen Jahres bis Mitte Januar 2019 konnten Pflegende daran teilnehmen. Anhand der Antworten der insgesamt 2373 Teilnehmer lassen sich die wichtigsten Kriterien für eine gute Dienstplanung ableiten. Eine solche dürfte, stuft man sie als Instrument der Mitarbeiterbindung ein, vor einem weiteren Ergebnis der Umfrage nicht unerheblich sein. Nach Überlegungen zu einem potenziellen Arbeitgeberwechsel und Berufsausstieg gefragt, gab mehr als jeder dritte Pflegende (35,2 Prozent) an, in den vergangenen zwölf Monaten darüber nachgedacht zu haben, den Beruf aufzugeben und eine andere Tätigkeit zu beginnen. Rund 40 Prozent erwägen, den Arbeitgeber zu wechseln.

Die Ergebnisse zum Thema Dienstplanung zeigen nach Ansicht des DBfK eine „eindeutige Hierarchie der Kriterien, die aus Sicht von Pflegenden für einen guten und nachhaltigen Dienstplan gelten müssen.“

Der Dienstplan…

 

  1. muss genügend Personal einplanen, um das Arbeitsaufkommen angemessen abdecken zu können. (62,2 Prozent)
  2. muss mindestens vier Wochen vor dem ersten Geltungstag verbindlich vorliegen. (44,3 Prozent)
  3. muss Puffer für kurzfristigen Personalausfall beinhalten. (38,3 Prozent)
  4. muss verlässlich sein. (35,4 Prozent)
  5. sollte meine Wünsche berücksichtigen. (34,3 Prozent)
  6. muss fair und gerecht sein. (30,2 Prozent)
  7. muss so gestaltet sein, dass gesetzliche Pausen genommen werden (können). (19,2 Prozent)
  8. muss verbindlich geplante Ausbildungszeit vorsehen. (13,8 Prozent)
  9. muss zulassen, dass ich – auch kurzfristig – meinen Dienst ändern beziehungsweise tauschen kann. (13 Prozent).

Wünsche lassen Rückschlüsse auf derzeitige Situation in der Pflege zu

Die hohe Zustimmung mit 62,2 Prozent an die Erwartung der Befragten, dass ausreichend Personal geplant wird, dürfte als Konsequenz der derzeitigen Personalknappheit zu lesen sein. Auch der Wunsch nach Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und Fairness der Dienstplanung wie auch die Möglichkeit, Personalausfall zu kompensieren, ist laut DBfK auf die Auswirkungen des Personalmangels in der Pflege zurückführen als auch auf fehlende Konzepte, um die Personalknappheit zu organisieren.

Den Dienstplan als Instrument der Mitarbeiterbindung verstehen

Wer nicht in der Lage ist, seinen Pflegenden einen zum Arbeitsaufkommen passenden, verlässlichen und vorausschauenden Dienstplan vorzulegen, wird sich sehr bald im Rennen um die begehrten und heftig umworbenen Pflegefachkräfte ganz hinten anstellen müssen, lautet das Fazit des Berufsverbandes. Umgekehrt lohnt es sich, in die Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter zu investieren: Sie leisten mehr, sind weniger krank und die allerbesten Werbeträger der Einrichtung.

Quelle:
Impulse zur Mitarbeiterbindung: Ergebnisse zu einer Online-Umfrage zum Dienstplan, unter www.dbfk.de

cp/KWM
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