Der ganz große Wandel: Medizin 4.0 verändert alle Klinikbereiche

Prozessoptimierung © Coloures-Pic/adobe.stoProzessoptimierung © Coloures-Pic/adobe.stock.com

© Coloures-Pic/adobe.stock.com

Das Schlagwort „Medizin 4.0“ assoziieren die meisten spontan mit dem Einsatz von Robotern, dem Vormarsch künstlicher Intelligenz und der Automatisierung ärztlicher Behandlungen. Aber Medizin 4.0 umfasst noch wesentlich mehr und bedarf nicht nur neuester IT. Stattdessen geht es um ein weit verzweigtes Geflecht innovativer Ansätze, die Medizin 4.0 überhaupt erst möglich machen. Ohne ein entsprechendes Upgrade zur 4.0-Version zum Beispiel in den Bereichen Logistik, Patientenmanagement und Abrechnung können die hoch gegriffenen Vorhaben künftiger Medizin gar nicht funktionieren. Grundlage aller intelligent vernetzten Neuerungen ist dabei das Wissensmanagement 4.0.

Medizin 4.0 basiert auf hochwertigen Daten

Daten sind die Grundlage allen technischen Fortschritts. Die Erfolge des Internets der Dinge, das medizinische Geräte miteinander vernetzt und Maschinen autonom miteinander kommunizieren lässt, basieren auf digital zugreifbaren Daten. Will die Medizin Mustererkennung für die Diagnose nutzen oder Therapien auf Basis maschinellen Lernens maßschneidern, müssen der dafür erforderlichen IT ausreichend Daten zur Verfügung stehen. Und zwar in digitaler Form. Statt Datenmanagement 1.0 mit papiergebundenen Dokumenten, akribisch verwaltet und bestens geschützt in kilometerlangen Archivregalen weit unten im Klinikkeller, bedarf es eines Datenmanagements 4.0. Das heißt: Alle verfügbaren Informationen müssen auf Knopfdruck abrufbar sein. Idealerweise in Echtzeit. So wissen die Mediziner über Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten des Patienten Bescheid und können bei der Medikation weltweite Erfahrungen mit einbeziehen. Doch dieses Wissen ist nicht nur für Ärzte relevant.

Prozesse als vernetzende Elemente in der Klinik 4.0

Welcher Patient braucht wann welche Wirkstoffe in welcher Dosis? Die Antwort ist für das Pflegepersonal genauso wichtig wie für den Einkauf und die Logistik. Schließlich müssen alle Präparate in der Krankenhaus-Apotheke verfügbar sein. Auch für die anschließende – immer häufiger bereits vollautomatisierte – Verpackung und den autonomen Versand bis ans Krankenbett sind die digital vorgehaltenen Daten rund um die Medikation ausschlaggebend. Und nicht nur das: Auch für die schnelle und korrekte Abrechnung mit den Krankenkassen müssen diese Informationen vorliegen. Idealerweise speist sich das System automatisch aus den verordneten und verabreichten Medikamenten.

Kliniken und ihre Prozesse sind vielfältig verzahnt und müssen daher optimal aufeinander abgestimmt sein. Mit zunehmender Automatisierung wird dieser Aspekt immer wichtiger, da fehlende Informationen direkt zum Prozessstillstand führen würden.

Kein Change ohne den Human Factor

Damit das gelingt, müssen sich Krankenhäuser zunächst dafür entscheiden, sich Schritt für Schritt zur Klinik 4.0 zu entwickeln. Das bedeutet aber nicht nur, in neue IT zu investieren, Daten zu digitalisieren und Prozesse zu automatisieren. Der Weg zur Klinik 4.0 ist ein weitreichendes Wissensmanagement-Projekt, bei dem kaum ein Stein auf dem anderen bleibt. Ein solcher Change beginnt zunächst im Kopf. Daher gilt es, das gesamte Klinikpersonal mit auf die Reise zu nehmen und es von der Notwendigkeit sowie den Mehrwerten einer Medizin 4.0 zu überzeugen. Denn nur, wenn die Mitarbeiter sich für diese weitreichenden Veränderungen nachhaltig begeistern können, wird das Vorhaben glücken.

nl/KWM
Bildquelle:
© Coloures-Pic/ Adobe.Stock.com

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar