Deutscher Ärztetag: Medizinischer Nachwuchs fordert Verbesserungen

Junge Ärzte (un)zufrieden) © Gina Sanders/ Adobe.Stock.com

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Heute geht der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt zu Ende. Bereits im Vorfeld der Tagung formulierten junge Mediziner ihre Anliegen im Hinblick auf die aktuellen Weiterbildungs- und Arbeitsbedingungen in deutschen Kliniken. Im Rahmen der Veranstaltung „Dialog mit jungen Ärztinnen und Ärzten“ wiesen sie auf die zunehmende Ökonomisierung und Bürokratisierung der Medizin hin und wehrten sie sich entschieden gegen den Vorwurf, mehr ihre Freizeit als die Patienten im Sinn zu haben.

Das Dialogforum der Bundesärztekammer und der Landesärztekammern fand in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Im Mittelpunkt standen die beruflichen Erfahrungen und Erwartungen der jungen Ärztegeneration. Diese sehen sich mehr als Assistenzärzte denn als Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung, wie Katharina Thiede es formulierte. Sie ist selbst Ärztin in Weiterbildung Allgemeinmedizin in Berlin und Mitglied der Fraktion Gesundheit der Delegiertenversammlung der Ärztekammer Berlin. Es fehle vor allem an der dringend notwendigen Zeit, um dazulernen zu können. Florian Vollrath wehrte sich in seinem Redebeitrag gegen den Vorwurf der älteren Generation, die Jungen würden sich vor der Arbeit drücken und egozentrisch ihr eigenes Wohl in den Vordergrund rücken. Vielmehr seien auch junge Mediziner bereit, gute Arbeit auf hohem Niveau zu leisten. Aber, so fügt er hinzu, bei optimalen Arbeitsbedingungen.

Klinikchefs müssen Organisationstrukturen überdenken

Dr. Ellen Lunderhausen, Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, unterstützt die Forderungen der jungen Mediziner und verlangt von leitenden Ärzten mehr Mut, die Organisationsstrukturen in den Krankenhäusern zu verändern. Die Bedingungen müssten sich verbessern, um motivierten jungen Ärzten eine Perspektive zu bieten. Das reiche von Einhalten der gesetzlichen Arbeitszeiten bis zur Weiterentwicklung von Teamwork-Ideen. Auch müsse die Betreuung der Kinder zuverlässig geregelt werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten. „Die junge Ärztegeneration ist sehr zielstrebig und arbeitet zielorientiert, dabei möchten sie die familiäre und private Seite nicht vernachlässigen. Darum beneide ich sie“, erklärt Lunderhausen.

Attraktive Arbeitgeber bieten heute mehr als ein gutes Gehalt

Die anhaltende Diskussion um die Arbeitsbedingungen, die für junge Ärzte so nicht mehr tragbar sind, zeigt, dass Arbeitgeber mit einem guten Arbeitsumfeld punkten müssen. Dabei spielt weniger das Gehalt eine Rolle als gute Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, flexible Arbeitszeitmodelle und eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Mehr zu diesem Thema und wie Wissensmanagement dabei hilft, dass das Personal Sie als Arbeitgeber schätzt, lesen Sie auch in folgendem Beitrag: Sind Sie ein attraktiver Arbeitgeber? Kliniken zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

Quellen:
Nachwuchsärzte wollen Berufszufriedenheit nachhaltig verbessern, aerzteblatt.de, 7.5.2018
Junge Ärztinnen und Ärzte diskutieren über Berufszufriedenheit, Pressemeldung der Bundesärztekammer, 7.5.2018

cp/KWM
Bildquelle: © Gina Sanders/ Adobe.Stock.com

 

 

Ein Kommentar auf “Deutscher Ärztetag: Medizinischer Nachwuchs fordert Verbesserungen”

  1. Bodensee-Sportklinik Friedrichshafen sagt:

    Sehr interessanter und gut geschriebener Beitrag. Weiter so!

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