Die Zukunft des Einkaufs ist digital

Der digitale Wandel schreitet voran, auch und gerade im Krankenhaus. Betroffen davon sind alle Klinikprozesse gleichermaßen – auch der Einkauf. Auf Basis von Echtzeitdaten und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz wird die Beschaffung künftig kostengünstiger, ressourcenschonender und transparenter.

Beschaffung mit strategischer Dimension

Was ist vorrätig? Bei welchen Produkten neigt sich die Haltbarkeit dem Ende entgegen? Und wo befinden sich die unterschiedlichsten Medizingeräte? Der Einkauf im Krankenhaus ist heterogen. Und er zieht komplexe Prozesse nach sich. Zudem hat er nicht nur eine operative, sondern auch eine strategische Dimension. Schließlich trägt er nachhaltig zur Wettbewerbsfähigkeit und zur Kosteneffizienz bei. Entscheidungen über Beschaffungszeitpunkt, Einkaufsmengen und Lagerhaltung haben weitreichende Folgen für den laufenden Krankenhausbetrieb. Daher gilt es, das generelle Vorgehen und die damit verknüpften Ziele mit der Gesamtstrategie abzustimmen.

Bestandsaufnahme per Knopfdruck

Um strategisch entscheiden zu können, muss man Bedarf und Bestand im Blick haben. Letzteres wird das Internet of Things bereits kurz- bis mittelfristig revolutionieren: Dank RFID-Chips lässt sich Medizintechnik oder Lagerware nämlich exakt lokalisieren. Inventur ist damit auf Knopfdruck möglich.

Künstliche Intelligenz und Predictive Analytics

Auch künstliche Intelligenz wird nach und nach Einzug in die klinischen Beschaffungsprozesse finden. Besondere Bedeutung kommt Verfahren wie Data Mining und Machine Learning zu. Damit lassen sich durch Auswertung riesiger Datenmengen (Stichwort: Big Data) und auf Basis von Mustererkennung mögliche Bedarfe oder Bedarfsketten erkennen. Anhand von Erfahrungen aus der Vergangenheit lassen sich Schlüsse für die Gegenwart ziehen. Oder sogar verlässliche Prognosen für die Zukunft machen: Predictive Analytics nutzt existierende Daten, um Zusammenhänge zu erkennen – und kann so beispielsweise Preisentwicklungen vorhersehen.

Smart Contracts: Intelligente Einkaufsvereinbarungen

Vermutlich noch etwas weiter in der Zukunft liegt der Einsatz von intelligenten Verträgen, besser bekannt als Smart Contracts. Das Potenzial solcher smarten Einkaufsvereinbarungen ist enorm. Statt reaktiv zu beschaffen, geht man proaktiv vor: In den intelligenten Verträgen werden Rahmenbedingungen festgelegt, die für einen bestimmten Einkaufsprozess vorliegen müssen. Treten diese Rahmenbedingungen dann tatsächlich ein, führt der Smart Contract die Beschaffung eigenständig aus. Es handelts ich also um einen selbstausführenden Vertrag.

Maximale Sicherheit und Transparenz dank Blockchain-Technologie

Realisiert werden Smart Contracts auf Basis von Algorithmen, die einer Wenn-dann-Regel folgen. Sie gleichen das Vorhandensein der zuvor definierten Rahmenbedingungen vollautomatisch ab (Wenn) und lösen die festgelegte Transaktion aus (Dann). Die Validierung dieses Vorgangs erfolgt in einem Block. Smart Contracts basieren folglich auf der Blockchain-Technologie und versprechen maximale Sicherheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Die Prozesse sind extrem schlank und es bedarf keinerlei menschlichen Eingreifens, was auch unter Kostenaspekten durchaus interessant für die strategische Klinikplanung ist.

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