Digital oder analog? Welche Informationen kommen bei Patienten besser an?

Patienteninformation © RFBSIP/Adobe.Stock.com

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Patienteninformationen sollten zeitgemäß, ansprechend und verständlich sein. Niedergelassene Ärzte und Kliniken bieten ihren Patienten deshalb heute Informationen vermehrt in elektronischer Form an. Eine aktuelle Studie Bremer Wissenschaftler zeigt jedoch, dass zumindest für ältere Erwachsene Gesundheitsinformationen im Papierformat offenbar zugänglicher sind als entsprechende digitale Inhalte.

Shu Ling Tan, Amanda Whittal und Sonia Lippke von der Bremer Jacobs University haben 126 Erwachsenen um die 50 unterschiedliche Patienteninformationen in Papierformat und auf dem Tablet vorgelegt: Dabei handelte es sich um traditionelle Broschüren und Fotostorys.

Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einer von vier Gruppen zugeordnet: traditionelle Broschüre im Papierformat, Broschüre auf dem Tablet, Fotostory im Papierformat oder Fotostory im Tabletformat und sollten diese anhand eines Fragebogens bewerten. Die Ergebnisse sind im Journal of Medical Internet Research Aging erschienen.

Fotostory auf Papier kommt am besten an

Die Teilnehmer bewerteten die Fotostory besser als die traditionelle Broschüre. Sie fanden sie leichter verständlich und informativer. Diese Form der Informationsvermittlung kam jedoch auf Papier besser an als auf dem Tablet. „Weniger monoton und langweilig“, urteilten die Befragten. Als am wenigsten effektiv erwies sich die Darstellung der Broschüre auf dem Tablet-PC. „Traditionelle Broschüren auf einem Tablet scheinen die am wenigsten effektive Kommunikationsmöglichkeit für ältere Erwachsene zu sein“, fassen die Forscher zusammen.

Traditionelle Broschüren werden auch auf dem Tablet nicht besser

Auch wenn die Autoren einschränken, dass die Ergebnisse spezifisch für die aktuelle Generation älterer Erwachsener in Deutschland sein könnten, zeigt die Studie doch, dass es sich durchaus lohnt, sich über neue Formate der Patienteninformation Gedanken zu machen. So sind Informationen im Comicstil oder kurze Texte mit viel Bildmaterial ansprechender als seitenlange unbebilderte Abhandlungen. Ganz und gar sinnlos ist es, traditionelle Broschüren unbearbeitet digital zur Verfügung zu stellen.

*Die Fotostorys wurden in Kooperation mit dem University Medical Center Groningen (Niederlande) für die Kommunikation älterer Patienten mit dem Arzt entwickelt. Sie beruhen auf einem Comiclayout, also Bildern sowie Texten in Sprechblasen.

Quellen:
Papier bei Patientenaufklärung oft besser als Tablet, aerzteblatt.de vom 1.2.2019
Testing a Photo Story Intervention in Paper Versus Electronic Tablet Format Compared to a Traditional Brochure Among Older Adults in Germany: Randomized Controlled Trial, Journal of Medical Internet Research Aging, erschienen am 6.12.2018

cp/KWM
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