Digital Recruiting: Wissensmanagement im Bewerbungsprozess

Neues Fachpersonal zu finden und vertraglich zu binden, gilt als größte Herausforderung im gesamten Gesundheitswesen. Neben Employer Branding und innovativen Methoden, wie Social Recruiting, Talent und Experience Management, steht und fällt der Erfolg bei der Mitarbeitersuche auch mit dem Wissensmanagement: Mit schlanken Prozessen, einheitlicher Kommunikation auf allen Kanälen und transparenten Entscheidungswegen beschleunigen Kliniken den gesamten Recruitingprozess.

Was Bewerber wollen

Potenzielle Kandidaten wünschen sich eine leistungsgerechte Bezahlung, einen vertraglich vereinbarten Überstundenausgleich, geregelte Einsatzzeiten und vermögenswirksame Leistungen. Auch wenn diese Aspekte diversen Studien zufolge insbesondere bei der Generation Y etwas in den Hintergrund treten, sind Gehalt und Arbeitsumfang auch bei den jüngeren Mitarbeitern nicht gänzlich irrelevant geworden. Aber es kommen neue Gesichtspunkte hinzu: Die Tätigkeit muss sinnstiftend sein, die Kommunikation sollte auf Augenhöhe stattfinden und für das gesamte Miteinander gilt Wertschätzung als oberste Prämisse – und zwar beginnend mit der ersten Kontaktaufnahme.

Was Kliniken leisten können

Für Kliniken als mögliche Arbeitgeber bedeutet das zunächst, dorthin zu gehen, wo sich mögliche Interessenten aufhalten. Neben Stelleninseraten in Printmedien müssen Krankenhäuser auf der Suche nach geeignetem Personal folglich auch im Social Web vertreten sein: Eine Ansprache über Facebook, LinkedIn, Xing & Co. ist der erste Schritt zu einem gleichberechtigten Austausch. Und auch im weiteren Bewerbungsverlauf gilt es, auf die Bedürfnisse der Kandidaten einzugehen. Kommunikation darf dabei nicht zur Einbahnstraße werden. Neben dem klassischen Bestätigungsschreiben per Brief müssen auch E-Mails, Chats oder Messenger-Nachrichten zum Repertoire gehören. Wichtig ist, dass alle Kanäle gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Und selbst wenn Kandidaten auf mehreren Kanälen parallel anfragen, sollten sie stets ein- und dieselbe Antwort erhalten. Idealerweise mit dem Hinweis, dass die Information parallel bereits über einen anderen Kommunikationsweg zum Adressaten gefunden hat.

Zu einer einheitlichen Kommunikation gehört auch Transparenz. Die Bewerber müssen stets wissen, wo sie sich im Recruitingprozess derzeit befinden, welche Schritte als nächstes bevorstehen und wie der zeitliche Rahmen dafür aussieht. Es ist dabei vor allem eine Frage der Wertschätzung, dass die Klinikentscheider ihre potenziellen Mitarbeiter stets zeitnah über den Stand ihrer Bewerbung informieren.

Welche Rolle spielt das Wissensmanagement?

Mitarbeiter in der Personalabteilung arbeiten permanent am Limit. Doch statt ihren wichtigen strategischen Aufgaben nachgehen zu können, sind sie mit administrativen Tätigkeiten beschäftigt. Genau hier kommt Wissensmanagement ins Spiel. Moderne Software-Lösungen entlasten das Personal von Routineaufgaben: Sie verschicken beispielsweise Eingangsbestätigungen und Statusberichte vollautomatisch. Und bei individuellen Nachfragen sind die Personalexperten mit nur wenigen Klicks jederzeit aussagekräftig, weil der gesamte Bewerbungsprozess digital abgebildet ist. Das bedeutet einerseits: Weniger Arbeit für die Personalabteilung. Zum anderen fühlen sich die Kandidaten an jedem Kontaktpunkt wertgeschätzt und optimal informiert. Ohne lange Wartezeiten oder Unklarheiten zum aktuellen Stand. Damit schaffen Kliniken Vertrauen, sie strahlen eine Professionalität aus, die attraktiv wirkt. Damit erhöhen sie nicht nur ihre Chancen, dass sich Bewerber für eine Vertragsunterzeichnung entscheiden, sondern tragen auch nachhaltig zum Aufbau einer positiv besetzten Arbeitgebermarke und zum Employer Branding bei.

>> Lesen Sie hier: Recruiting – und dann? Mitarbeiter langfristig binden: So geht’s!

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