Digitale Kommunikation auf der Pflegestation

Digitale Kommunikation auf der Pflegestation © Marc Hammes

© Marc Hammes

Die Arbeitssituation im Pflegebereich ist geprägt durch eine hohe Verantwortung. Dazu kommen schwere körperliche Tätigkeiten durch Heben, Tragen oder Schieben, eine konstante Konzentration sowie hoher Termin- und Leistungsdruck. „Kaum einem anderen Berufsfeld wird für die Zukunft solch ein Wachstum vorhergesagt wie der Pflege“, heißt es in einer Pflegestudie des Bundesgesundheitsministeriums. [2] Pflegekräfte arbeiten, um anderen zu helfen. Oftmals ist der soziale Aspekt ihrer Tätigkeit der Grund, diesen Beruf zu ergreifen. Pflegepersonal steht dabei in Kontakt mit den Patienten, deren Angehörigen sowie den behandelnden Medizinern. Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in der Pflege wird auch in den kommenden Jahren stetig wachsen. Umso wichtiger ist es, Strukturen und Werkzeuge zu schaffen, die für eine sinnvolle Entlastung auf der Pflegestation bzw. in Pflegeeinrichtungen sorgen.

Mehrwert der Pflegekommunikation via App

In vorhergehenden Beiträgen wurde die digitalen Kommunikation in Kliniken und Krankenhäuser via WhatsApp-Messanger thematisiert. Der Austausch über Whatsapp erklärt sich häufig dadurch, dass offizielle Alternativen fehlen. Diese Art und Weise der internen Kommunikation ist aber nicht DSGVO-konform und eher ein problematisches Mittel, um im Krankenhaus zu kommunizieren. Ein junges Team der Technischen Universität München hat eine Lösung für diese Problematik – Cliniserve. Das Softwaresystem soll die Pflege entlasten, indem Patienten die Möglichkeit haben „vom eigenen Smartphone vordefinierte Anfragen an die Pflege zu schicken“. [1] So wird es möglich, Aufgaben zu priorisieren und Notfälle von Serviceleistungen zu unterscheiden. So wird die Kommunikation zwischen Patienten und Pflegenden effizienter gestaltet, doppelte Laufwege vermieden und die Arbeitsbelastung langfristig gesenkt.

Sichere Kommunikation in der Pflege

Die Cliniserve-App muss eine sichere Kommunikation im Krankenhaus gewährleisten und den DSGVO-Bestimmungen gerecht werden. Eine Verbindung zwischen App und lokalen Krankenhausinformationssystem ist nicht notwendig. Das ermöglicht, das der Patient anonym bleibt. Lediglich die Bett- und Zimmernummer des Patienten werden über einen manuell einzugebenden Code identifiziert. Dazu lädt der Patient sich einfach die Cliniserve-App auf das Smartphone und gibt den entsprechenden Code ein. Es gilt jedoch nicht nur den Patienten zu schützen, sondern auch die Pflegekraft. Das Smartphone muss identifizierbar sein, ohne stationäre Zuordnung der mobilen Geräte. Da die Applikation wie WhatsApp funktioniert und eine intuitive Nutzung sichert, ist ein schneller Umstieg von Seiten der Pflege anzunehmen. Einziger Wermutstropfen: Auf Stationen mit geriatrischen Patienten wird die Nutzung der App geringer ausfallen beziehungsweise sich nicht so schnell und einfach etablieren.

Bildquelle: Marc Hammes

jb/KWM

 

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