Digitale Lösungen in der Arzneimitteltherapie

Arzneimittelsicherheit © HNFOTO/Adobe.Stock

Arzneimittelsicherheit © HNFOTO/Adobe.Stock

Multimedikation ist ein zunehmendes Problem im medizinischen Bereich. Laut der 2018 veröffentlichten Statistik im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (kurz: ABDA) nimmt circa jeder vierte Erwachsene dauerhaft mindestens drei systemisch wirkende Arzneimittel zu sich. [1] Bei der Aufnahme eines Patienten im Krankenhaus gilt es daher, die optimale Behandlung unter Berücksichtigung der Polymedikation des Patienten zu evaluieren.

Arzneimittelsicherheit durch Medikationsmanagement

Um Risiken wie Wechselwirkungen in der Medikation zu minimieren, hilft eine Medikationsanalyse und ein entsprechender Medikationsplan. Denn wie sich zeigt, sind etwa drei bis neun Prozent der Einweisungen ins Krankenhaus medikamentenbezogen – von denen über die Hälfte als vermeidbar gelten. [2] Im Krankenhausalltag steht den behandelnden Ärzten nicht immer und überall ein Stationsapotheker zur Verfügung, mit dem er gemeinsam die aktuelle Medikation des Patienten sondieren kann. In solchen Situationen benötigen Ärzte Unterstützung. „Wir brauchen intelligente Entscheidungshilfen für die Arzneimitteltherapie“, findet Prof. Dr. med. Walter E. Haefeli, Facharzt für Klinische Pharmakologie an der Universitätsklinik Heidelberg. Seit 2005 ist er zudem außerordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission. Für eine verbesserte medikamentöse Therapie entwickelt er digitale Expertensysteme, um riskante Situationen frühzeitig zu erkennen. [3]

Intelligente IT-Unterstützung

Idealerweise trifft ein solches System arzneimittelbezogene Therapieentscheidung basierend auf der Diagnose, den Beschwerden, aber auch entsprechend dem, was der Patient präferiert. Darüber hinaus sollte das System kritische oder in Wechselwirkung tretende Kombinationen von drei oder mehr Medikamenten überprüfen. Anschließend folgt der Vergleich zwischen den in Frage kommenden Medikamenten, die das System ermittelt hat und denen auf dem Medikationsplan des Patienten. Weiterhin gilt es, auch Nebenerkrankungen, wie eine Niereninsuffizienz, in die Analyse miteinzubeziehen, um gegebenenfalls die Dosierung anzupassen.

MIA Service bietet Fachinformationen zur Arzneimitteltherapie

Ein digital verfügbares System zur Unterstützung der Therapieplanung gibt es bereits. Mit der cloudbasierten Medikation Information Analyse (kurz: MIA) der Dosing GmbH Heidelberg stehen die folgenden pharmazeutische Informationen für Healthcare-Professionals zur Verfügung [4]:

  • Arzneimittel- und Wirkstoffsuche
  • Zusammensetzung
  • Anwendungsbereich und Dosierung
  • Hinweise zu möglichen Wechselwirkungen
  • Nierenmonografie einzelner Arzneimittel
  • Doppelverordnungen

Die Softwareanwendung lässt sich außerdem unkompliziert in bereits bestehende Informationssysteme einbetten. So können nicht nur einzelne Personen, sondern Klinikärzte, Pfleger und Therapeuten gleichermaßen an dem Wissen partizipieren.

MIA Service in eRef integriert

Der MIA Service der Dosing GmbH ist jetzt auch in der eRef verfügbar. Mit dem neuen Lizenzpaket „AMTS“ lassen sich Arzneimittelinformationen schnell abrufen. Die vollständige Pressemittelung lesen Sie hier.

 

[1] ABDA-Statistik (2018), unter: https://www.abda.de/fileadmin/user_upload/assets/ZDF/ZDF_2018/ABDA_ZDF_2018_Brosch.pdf [abgerufen am 17.12.2019]

[2] Medikationsmanagement, unter: https://www.bvdva.de/medikamentenversand/medikationsmanagement [abgerufen am 16.12.2019]

[3] Walter E. Haefeli zu Arzneimittelinformationssysteme (2017), unter: https://www.dggeriatrie.de/kongress/neuigkeiten/1323-keynote-lecture-walter-e-haefeli-%e2%80%9ewir-brauchen-intelligentere-entscheidungshilfen-f%c3%bcr-die-arzneimitteltherapie%e2%80%9c [abgerufen am 16.12.2019]

[4] MIA Service, unter: https://mia-service.de/endnutzer [abgerufen am 16.12.2019]

 

jb/KWM

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