Digitale und technische Unterstützung in der Pflege stößt auf breite Zustimmung

Roboter im Gesundheitswesen © Mopic/ Adobe.Stock.com

© Mopic/ Adobe.Stock.com

Das Dilemma ist bekannt: Die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wächst. Demgegenüber nimmt die Zahl derer, die den Pflegeberuf ergreifen, in den letzten Jahren kontinuierlich ab. Neben dem Bestreben, den Beruf für Auszubildende attraktiver zu machen, gilt es diejenigen zu entlasten, die den Beruf ausüben. Digitale Anwendungen und technische Unterstützung in der Pflege sind daher unerlässlich, um auch in Zukunft eine gute Behandlungsqualität gewährleisten zu können. Aber wie ist die Akzeptanz bei denen, die gegebenenfalls gepflegt werden sollen?

Laut einer Studie im Auftrag des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) zeigt sich die deutsche Bevölkerung Neuerungen gegenüber offen, sei es in Bezug auf den Einsatz von Pflegerobotern oder videobasierten Kommunikationssystemen. Im Rahmen einer repräsentativen Befragung hat das ZQP 1000 Personen zu unterschiedlichen Möglichkeiten eines konkreten Technikeinsatzes in der Pflege befragt. Dazu gehörten:

  • Robotereinsatz in der Pflege
  • Technische Anwendungen in der Wohnumgebung
  • Tele-Pflege
  • Pflege-Apps

Befragung zeigt eine grundsätzliche Akzeptanz

 

  • Zwei Drittel sehen eher eine Chance als Risiken in der Nutzung digitaler Techniken.
  • 84 Prozent halten den Einsatz von digitalen Anwendungen für sinnvoll, um Pflegende zu entlasten.
  • Bedenken äußerten die Befragten bezüglich des Umgangs mit personenbezogenen Daten.

Wie hoch ist die Akzeptanz von Robotern, Telepflege und Pflege-Apps?

 

  • Die Unterstützung durch einen Roboter wird in allen thematisierten Einsatzvarianten von mindestens 51 Prozent der Befragten befürwortet.
  • Der Zustimmungswert steigt in diesem Fall bis auf bis zu 76 Prozent, wenn der Roboter als Erinnerungshilfe bei der Einnahme von Medikamenten, Speisen oder Getränken eingesetzt wird.
  • Der Einsatz technischer Anwendungen in der Wohnumgebung – Ambient Assisted Living (AAL) wird in allen thematisierten Varianten von mindestens 74 Prozent der Befragten befürwortet.
  • Alle vorgestellten Angebote der Telepflege werden von mindestens 69 Prozent der Befragten befürwortet – bis hin zu einem Zustimmungswert von 74 Prozent für Videoschulungen von pflegenden Angehörigen.
  • Pflege-Apps werden von mindestens 58 Prozent der Befragten befürwortet.

Die Studie zeigt, dass digitale Technologien nicht nur das Potenzial haben, Pflegende zu entlasten, sondern auch weniger Vorbehalte seitens der Bevölkerung bestehen als angenommen. Im Klinikbereich können digitale und technische Anwendungen zum Beispiel bei Routinetätigkeiten assistieren, bei körperlich belastenden Verrichtungen unterstützen oder Monitoringfunktionen übernehmen.

Neben der Gewinnung von Fachkräften sollten Einrichtungen daher auch versuchen, technische Unterstützung für das Bestandspersonal zu schaffen. Nur beides kann dabei helfen, die Behandlungsqualität auf einem hohen Niveau zu halten.

Mehr zur „Einstellung der Bevölkerung zu digitaler Unterstützung in der Pflege“ finden Sie auf der Internetseite des ZQP.

Weitere Beiträge zum Thema „Roboter in der Pflege“ lesen Sie hier:
Medizin 4.0: Können Roboter den Pflegenotstand ausbremsen?
Roboter und Mensch: Sind hybride Pflegeteams die Zukunft?

Quellen:
Umfrage: Pflege-Roboter finden hohe Zustimmung, Ärzte Zeitung Online, 18.4.2018
Bevölkerungssicht auf digitale Unterstützung in der Pflege, Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), April 2018

cp/KWM
Bildquelle: © Mopic/ Adobe.Stock.com

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar