Digitales Entlassmanagement entlastet Personal und verbessert die Patientenversorgung

Entlassmanagement © denisismagilov/ Adobe.Stock.com20 bis 30 Prozent aller Patienten benötigen nach dem Krankenhausaufenthalt vorübergehend oder dauerhaft Betreuung in einer Pflegeeinrichtung. Gemäß dem seit Oktober 2017 gültigen Rahmenvertrag Entlassmanagement sind Kliniken verpflichtet, die Patientennachversorgung bereits während des Krankenhausaufenthaltes zu organisieren. Die Suche nach freien Pflegeplätzen gestaltet sich jedoch oft schwierig. Sozialarbeiter, Fallmanager und manchmal auch Ärzte telefonieren nicht selten tagelang erfolglos verschiedene Einrichtungen ab. Digitale Angebote, wie die Plattform der Berliner Recare GmbH, helfen dabei, dass pflegebedürftige Patienten zeitnah in eine geeignete Pflegeeinrichtung kommen. Das beschleunigt den Genesungsprozess, entlastet das Klinikpersonal und spart Geld.

Aktuelle Kapazitäten von über 8500 Pflegeeinrichtungen abrufbar

Die Software der 2017 gegründeten Firma Recare basiert auf einer Datenbank, in der heute schon mehr als 8500 Pflegeeinrichtungen registriert sind und dort ihre freien Bettenkapazitäten und speziellen Leistungen aktuell halten. Kliniken können über die Plattform geeignete Anbieter für Patienten mit ihrem speziellen Krankheitsbild auswählen und bei diesen Anfragen stellen. Anhand erster übermittelter Patientendaten prüfen die angeschriebenen Einrichtungen, ob sie dem Patienten einen für sein Pflegeprofil passenden Platz anbieten können. Kliniken bekommen innerhalb kürzester Zeit Rückmeldung und können dem geeigneten Nachsorger die Überleitung mit einem Klick bestätigen.

Digitaler Informationsaustausch spart Zeit und Geld

Was bislang ein Prozess von zum Teil mehreren Tagen war, kann so innerhalb von drei bis vier Stunden geklärt werden. Ein in der Software hinterlegter selbst lernender Algorithmus stellt sicher, dass anhand von vorausgegangenen erfolgreichen Überleitungen die Aufnahme durch den ausgewählten Nachversorger in aller Regel klappt. Das macht den Prozess für Kliniken und Pflegeeinrichtungen nicht nur schneller, sondern auch zuverlässiger als bislang.

„Heute schon kooperieren wir in Berlin mit 90 Prozent der Einrichtungen und stellen eine Echtzeit-Koordination der Anschlussversorgung sicher. In diese Richtung wollen wir uns auch in anderen Regionen entwickeln“, betont Maximilian Greschke, Gründer und Geschäftsführer von Recare. 

Verschlüsselter Datenaustausch nach DSGVO

Die Software benötigt dabei keine Schnittstellen zum Krankenhausinformationssystem (KIS); lediglich eine Internetverbindung ist notwendig. Gleichzeitig ermöglicht Recare einen verschlüsselten, DSGVO-konformen Nachrichten- und Datenaustausch zwischen Krankenhäusern und nachsorgenden Einrichtungen.

Eine ausgezeichnete Idee

Das Konzept überzeugte 2017 bereits die Jury der Entscheiderfabrik und erhielt daraufhin den Start Up und Digitalisierungspreis. 2018 nahm Maximilian Greschke den Querdenkerpreis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) entgegen.

Thieme Gruppe seit Kurzem an Recare beteiligt

Ebenfalls überzeugt hat die Plattform die Stuttgarter Thieme Gruppe, die seit Kurzem an Recare beteiligt ist und das Unternehmen bei seinem Ziel unterstützt: Immer mehr Krankenhäuser und Nachversorger als Partner zu gewinnen und so den Überleitungsprozess mithilfe der Entlass-Plattform noch transparenter und effizienter zu gestalten.

Recare GmbH

Die Recare GmbH bietet eine digitale Überleitungsplattform für den Patientenübergang aus dem Akutkrankenhaus in die Nachversorgung. Derzeit verbindet Recare über 110 Akutkrankenhäuser mit etwa 50 000 Krankenhausbetten mit über 8500 Nachversorgern bundesweit für eine effiziente Koordination von Kapazitäten und Datenaustausch. Neben Überleitungen in die pflegerische Nachversorgung arbeitet Recare auch an Lösungen für die Koordination von Anschluss- und Frührehabilitation, Krankenhausverlegungen und Hilfsmitteln.

Quelle:
www.recaresolutions.com
www.thieme.de

cp/KWM
Bildquelle:
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