Digitales Entlassmanagement: So reduzieren Sie den Verwaltungsaufwand erheblich

Dank eines neuen Rahmenvertrags sollen Patienten nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus nicht mehr in ein Behandlungsloch fallen. Im Sinne der Versorgungsqualität ist das gut und richtig. Der damit verbundene Koordinations- und Dokumentationsaufwand stellt die Kliniken und ihre Ärzte jedoch vor eine administrative Herausforderung, die sie angesichts ihrer derzeitigen Ressourcenauslastung gar nicht leisten können. Zumindest nicht mit den verfügbaren Mitteln. Wer hingegen auf strategisches Wissensmanagement setzt und digitale Lösungen implementiert, bei dem erfolgt das Entlassmanagement vollautomatisch, gesetzeskonform und quasi auf Knopfdruck.

Umfangreiche administrative Verpflichtungen

Bevor ein Patient das Krankenhaus verlässt, muss sich der zuständige Klinikarzt um dessen Anschlussversorgung kümmern, also beispielsweise den Hausarzt informieren. Zudem sollte er Termine koordinieren, zum Beispiel für die Reha oder einen Pflegedienst. Natürlich in enger Absprache mit dem Patienten, schließlich muss er allen Maßnahmen explizit zustimmen. Das Ergebnis ist in einem Entlassplan zusammenzufassen.

Hinzu kommt außerdem ein nicht unerheblicher Dokumentationsaufwand. Im Streitfall muss das Krankenhaus nämlich alle Bemühungen nachweisen können. Und – nicht zu vergessen – das Thema Geld. Der verantwortliche Mediziner ist verpflichtet, sich um die Kostenübernahme zu kümmern. In der Praxis bedeutet das vor allem eines: Leistungsanträge stellen.

Mehraufwand von 100.000 Arbeitstagen

Es steht außer Frage, dass dem Patienten ein solches Entlassmanagement viele Vorteile bringt und ihn nachhaltig entlastet. Ganz anders sieht es aber auf Seiten des Krankenhauses auf. Die meisten Klinikärzte arbeiten ohnehin schon am Limit beziehungsweise häufig darüber hinaus. Ein gesetzeskonformes Entlassmanagement mit all seinen Verwaltungs- und Dokumentationspflichten können die meisten Krankenhäuser folglich gar nicht leisten. Schließlich beläuft sich der Aufwand laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) bei 19 Millionen Patienten auf mindestens 50 Millionen Minuten Arbeitszeit. Das sind rund 100.000 Arbeitstage.

Kein adäquates Entlassmanagement ohne Digitalisierung

Die Anforderungen an das Entlassmanagement lassen sich mit klassischen Mitteln folglich gar nicht erfüllen. Hier macht es sich bemerkbar, dass viele Kliniken den Möglichkeiten der Digitalisierung weit hinterherhinken. Wer nämlich auf der Digitalisierungswelle reitet, der hat längst Wissensmanagement-Lösungen eingeführt, die den Verwaltungsapparat entlasten, Routinearbeiten automatisieren und Dokumentationspflichten im Hintergrund erfüllen – und damit auch das Entlassmangement übernehmen.

Angebunden an das Krankenhausinformationssystem (KIS) oder als separate Lösung mit entsprechenden Schnittstellen entwerfen digitale Entlasssysteme Patientenprofile, fragen relevante Behandler für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt an, vereinbaren Termine und reservieren Kapazitäten. Auch die Informationsweitergabe erfolgt vollautomatisch und unter Einhaltung aller Datenschutzvorschriften. Parallel dokumentiert das System jeden einzelnen Schritt und kann so selbst im Falle eines Rechtstreits die lückenlose Einhaltung der gesetzlich geforderten Entlass-Maßnahmen nachweisen. Und all das, ohne Zutun der zuständigen Klinikärzte.

An der Digitalisierung führt kein Weg vorbei

Wer seine Krankenhausdaten bereits digitalisiert hat, Patientenakten elektronisch führt und die relevanten Systeme vernetzt, für den ist das neue Entlassmanagement nur ein weiterer Knopfdruck. Für allen anderen sollte der immense, kaum realisierbare Mehraufwand ein Weckruf sein: Nur mit digitalen Lösungen und einer ganzheitlichen Wissensmanagement-Strategie lassen sich die medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen stemmen.

nl/KWM

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