Digitales Gesundheitswesen: Konzepte und Praxisbeispiele

Digitales Gesundheitswesen © SpringerMedizin

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Schritt für Schritt hält die Digitalisierung im Gesundheitswesen Einzug, wenn auch verhaltener als in anderen Branchen. Die Gründe dafür sehen Experten unter anderem in der starken Fragmentierung des Systems und seiner Akteure, der hohen regulative Normendichte und der ungleichen Verteilung von Kosten und Nutzen der Digitalisierung. Eine Auswahl an bereits realisierten oder geplanten Vorhaben, stellt das kürzlich erschienene Diskursheft „Digitales Gesundheitswesen: Konzepte und Praxisbeispiele“ des Frankfurter Forums vor.

Dabei werden Chancen einer besseren Versorgung von Patienten deutlich, aber auch Limitationen – sei es aufgrund des geltenden ärztlichen Berufsrechts, angesichts von Datenschutzbestimmungen und wegen bisher fehlender Möglichkeiten der Vernetzung von Daten.

Erfahrungen und Einschätzungen von Experten

Professor Dr. Christoph Straub ist Vorstandsvorsitzender der Barmer. Er verweist in seinem Beitrag auf die Probleme der Gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt, digital zu denken und zu handeln. Dr. Amin-Farid Aly, Referent für Telematik und Telemedizin bei der Bundesärztekammer, erklärt, dass bei der Etablierung telemedizinischer Konzepte geprüft werden muss, ob die Patientensicherheit im jeweiligen telemedizinischen Setting gewährleistet wird. Prof. Dr. Friedrich Köhler und Sandra Prescher vom Charité-Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin erläutern ihre Erfahrungen mit der telemedizinischen Mitbetreuung von Herzinsuffizienzpatienten. Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, plädiert dafür, Erprobungsräume und Qualitätsstandards zu schaffen, die es ermöglichen, telemedizinische Angebote und Online-Therapien verbindlich zu prüfen. Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, sieht viele digitale Potenziale in der Versorgung bisher ungenutzt. Eine wichtige Aufgabe ist es daher, das vorhandene Wissen und die verwendbaren Daten allen an der Behandlung beteiligten Akteuren zugänglich zu machen.

Alle Beiträge sind online frei zugänglich und unter Frankfurter Forum: Diskurse abrufbar. Auch das im Herbst 2017 erschienene Heft 16 setzte seinen Schwerpunkt auf digitale Entwicklungen sowie deren Chancen, Nutzen und Risiken.

Das Frankfurter Forum

Das „Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen“ ist im Herbst 2008 als offenes und interdisziplinäres Diskussionsforum entstanden. Experten aus verschiedenen Bereichen widmen sich in zwei Tagungen pro Jahr Grundsatzproblemen in Gesundheit und Pflege. Finanziert wird das Forum seit seinem Beginn im Jahr 2009 von der Lilly Deutschland Stiftung sowie seit 2013 vom Unternehmen IQVIA – ehemals IMS Health.

Quellen:
Frankfurter Forum: Digitalisierung – gestalten bitte! Ärzte Zeitung online, 25.05.2018
www.frankfurterforum-diskurse.de

cp/KWM
Bildquelle: © wladimir1804/Fotolia.com und SpringerMedizin

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