Digitalisierung – der große Change

Digitales Wissensmanagement

© Frohberg GmbH

Elektronische Patientenakten, Videosprechstunden und virtueller Datenaustausch innerhalb der Telematikinfrastruktur: Die Digitalisierung ist und wird zunehmend zum festen Bestandteil der Klinikabläufe. Vielerorts stößt sie jedoch noch auf Widerstände. Neue Standards, veränderte Prozesse und ungewohnte Workflows bedeuten für die ohnehin überlasteten Klinikmitarbeiter einen Mehraufwand, den sie kaum stemmen können. Vor allem wenn die Mehrwerte nicht deutlich sind. Um Abwehr- und Verweigerungshaltungen entgegenzuwirken oder sie erst gar nicht entstehen zu lassen, ist ein begleitendes Changemanagement unerlässlich. Die Methoden und Tools dazu kommen aus dem Werkzeugkasten des Wissensmanagements.

Warum scheitern Digitalisierungsprojekte?

Digitalisierungsprojekte werden häufig top-down verordnet. Das gilt insbesondere im Gesundheitswesen, da wegweisende Neuerungen oftmals auch politisch motiviert sind und deren Umsetzung an rechtliche Vorgaben gebunden ist. Die Mitspracherechte und Mitgestaltungsmöglichkeiten sind also relativ gering. Das gilt in gewissem Maße für alle Klinikmitarbeiter, selbst für die Entscheidungsträger. So existiert weder eine Alternative zur Telematikinfrastruktur noch zur elektronischen Gesundheitskarte.

Doch auch wenn der Handlungsspielraum bei diesen Themen vergleichsweise gering ist, gibt es immer auch Möglichkeiten, die Mitarbeiter in den Prozess einzubeziehen und ihn damit doch noch individuell zu gestalten und auf die eigene Krankenhausorganisation zuzuschneiden.

Mitarbeiter zu Mitgestaltern machen

Wichtig für diesen Prozess ist es, die Mitarbeiter frühzeitig mit einzubinden. Sie umfänglich zu informieren, Projektschritte transparent zu machen, offen zu sein für Umsetzungsideen und ein Ohr zu haben für Sorgen und Wünsche. Auf diese Weise fühlen sich die Mitarbeiter nicht machtlos ausgeliefert, sondern werden zu Teilhabenden und sogar zu Mitgestaltern. Und das ist wichtig für den gesamten Projekterfolg. Schließlich sind es die Mitarbeiter, die schlussendlich mit den neuen Prozessen und IT-Lösungen arbeiten müssen.

Changemanagement ist eine Kulturfrage

Doch ob die Einbindung tatsächlich gelingt, ist vor allem eine Frage der Klinikkultur. Wo offene Kommunikation selbstverständlich ist und Feedback konstruktiv diskutiert wird, fällt die kritische Auseinandersetzung mit Neuem viel leichter als in rein hierarchisch geprägten Wissensstrukturen. Wissensförderliche Rahmenbedingungen, eine lernende Organisation und eine gelebte Wissenskultur sind also die Tools aus dem Bausteinkasten des Wissensmanagements, die den Digitalisierungs-Change zum erfolgreichen Veränderungsprozess werden lassen. Doch genau diese Tools kann man nicht extern einkaufen und auch nicht top-down „verordnen“. Vielmehr handelt sich um einen Mind-Change, der in den Köpfen aller Mitarbeiter stattfinden muss. Den Entscheidungsträgern kommt dabei eine Vorbildfunktion zu. Sie müssen vorangehen und offene Wissenskultur leben.

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