Digitalisierung im Krankenhaus: Der elektronische Implantatausweis

digitaler Implantatausweis

© Thieme & Frohberg GmbH

Seit fast 5 Jahren gilt für Kliniken die Pflicht, einen Implantatausweis nach einem entsprechenden Eingriff auszustellen. Welche Informationen er enthält, für welche Implantate er gilt und welche Vorteile er bietet können Sie hier nachlesen. Wir wollen heute einen genaueren Blick auf die digitale Variante (e-Implantatausweis) werfen.

Debatte zur Sicherheit von Medizinprodukten

Erinnern Sie sich noch an den „Brustimplantat-Skandal“ von 2012? Weltweit kamen mehrere Tausend minderwertige Brustimplantate der Firma Poly Implant Prothése (PIP) zum Einsatz, die es galt nun wieder zu entfernen. Das Problem dabei, es gibt in Deutschland kein Register, um Brustimplantate zu erfassen [1]. Folglich wurde die Forderung nach bis dato nicht vorhanden Zulassungsverfahren für Medizinprodukte (z. B. Implantate, Hüft-Endoprothesen, Herzschrittmacher) und einem entsprechenden Register laut. Und der Gesetzgeber handelte. So gilt es für implantierende Kliniken, die folgenden Punkte zu beachten:

  1. Schriftliche Patienteninformation
  2. Implantatausweis (Bezeichnung, Art, Typ, Seriennummer)
  3. Die Angaben sind von der Klinik 20 Jahre zu speichern

Implantatpass und seine Digitalisierung

Bis 2016 wurden diese Informationen papiergebunden dokumentiert. Die digitale Form könnte auch an dieser Stelle vieles für die beteiligten Stellen im Behandlungsprozess vereinfachen und gegebenenfalls schnell und gezielt den Patienten informieren. Das dachte sich auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und das Niedersächsische Zentrum für Biomedizin Hannover (NIFE), die an einer digitalen Lösung – dem e-Implantatausweis – gearbeitet. Er erfüllt alle gesetzlichen Forderungen und richtete sich an alle implantierenden Einrichtungen deutschlandweit (mit Ausnahme der Zahnmedizin) [2].

e-Implantatausweis ebnet Weg für nationales Implanatat-Register

Vorausgesetzt die digitale Form des Implantatpasses setzt sich durch und wird flächendeckend in Deutschland eingesetzt, wäre die Entwicklung eines Registers umsetzbar. Zumindest klinikintern bietet das Nutzen des e-Implantatausweises, die Möglichkeit für ein entsprechendes Register und könnte so eine schnell Informationsweitergabe gewährleisten.

 

> Lesen Sie auch: Schadhafte Implantate: Auf was Klinik-Einkäufer achten sollten!

 

Quellen:

[1] aerzteblatt.de: Skandal um Brustimplantate (2012)

[2] MSD Gesundheit: e-Implantatausweis

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