Digitalisierung spart CO2 und bares Geld

Krankenhäuser müssen innerhalb strenger Klimaschutzziele agieren. Doch laut aktueller Berechnungen ist es nicht gut bestellt um die Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen. Während beispielsweise die Schifffahrt oder der Flugverkehr mit 2,5 bzw. 2,8 Prozent zum globalen CO2-Ausstoß beitragen, liegt das Gesundheitswesen mit 4,4 Prozent deutlich über diesen – weithin als Klimasünder geltenden – Branchen. Die Digitalisierung kann, als Teil eines ganzheitlichen klinischen Wissensmanagements, nachhaltig Abhilfe schaffen.

Jede 5. Tonne CO2 könnte eingespart werden

Ein Anteil von 4,4 Prozent an den weltweiten CO2-Emmissionen entspricht zirka 1,76 Milliarden Tonnen CO2. Studien zufolge hat die Digitalisierung das Potenzial, jede fünfte Tonne einzusparen. Möglich wird das insbesondere durch telemedizinische Services, die medizinische Dienstleistungen aus den Einrichtungen des Gesundheitswesens in die häusliche Umgebung verlagern. Dadurch lassen sich Fahrtwege reduzieren und Energie einsparen. Entsprechende Angebote reichen von der Videosprechstunde über die telefonische Krankschreibung bis hin zur App-gesteuerten Überwachung chronisch kranker Patienten.

Telemedizin, E-Health und elektronische Patientenakte mit größten CO2-Einsparpotenzialen

Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom sind allein durch den Einsatz von E-Health-Lösungen Einsparungen von bis zu 400.000 Tonnen CO2 möglich – und zwar bis zum Jahr 2030. Auch die Einführung elektronischer Patientenakten hat weitreichende Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit im Krankenhaus: Weil papiergebundene Dokumente wegfallen und kollaborativ an den digitalen Unterlagen gearbeitet werden kann, weil sie 365/24/7 verfügbar sind und auch mehrere Akteure gleichzeitig darauf zugreifen können, liegt in diesem Bereich ein Einsparpotenzial von 6.000 Tonnen CO2 brach. Pro Jahr.

Werden weitere CO2-intensive Prozesse digitalisiert – beispielsweise die interne Kommunikation durch die Einführung von Unified Communications oder das Patientenmanagements mit Hilfe von Self-Service-Portalen – sind zusätzliche Einsparungen möglich.

42 Milliarden Euro pro Jahr

Viele Prozessoptimierungen in Folge von Digitalisierung machen sich aber nicht nur bezüglich der Emissionswerte, sondern auch monetär bemerkbar und können damit nachhaltig zur Entlastung der mit finanziellen Engpässen kämpfenden Krankenhauslandschaft beitragen. Die Beratungsgesellschaft McKinsey beziffert das Einsparpotenzial im Health-Bereich auf 42 Milliarden Euro jährlich. Das entspricht etwa 12 Prozent der Gesamtkosten im Gesundheits- und Versorgungssektor.

Die Hauptstellschrauben sehen die Studienverfasser in ähnlichen Bereichen, die auch für die Nachhaltigkeitsziele in Angriff genommen werden müssen. So stehen Online-Interaktionen ganz oben auf der Liste, gefolgt von digitaler Datenverarbeitung und der Prozessautomatisierung. Auch die datenbasierte Entscheidungsunterstützung, digitale Gesundheits-Apps und Patienten-Self-Services finden sich auf den vorderen Plätzen.

Digitalisierung ist alternativlos

In Form von Digitalisierung kann das Wissensmanagement folglich nicht nur den Zugang und die Verarbeitung von Daten und Informationen verbessern, sondern wird aufgrund von Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen auch in den Bereichen Nachhaltigkeit und Finanzierbarkeit zum unbedingten Must-have.

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