E-Health, Telematik & Co.: Das Gesundheitswesen startet in ein wissensintensives Jahr!

2018 © Oakozhan/ adobe.stock.com

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Es ist so weit: Wir schreiben das Jahr 2018. Für den Gesundheitssektor stehen damit richtungsweisende Monate bevor. Es geht darum, Prozesse zu verschlanken, Fehlerquellen zu reduzieren, Behandlungsabläufe zu optimieren, den Verwaltungsaufwand einzudämmen und bei alledem auch noch effizient zu wirtschaften. Es gibt also viel zu tun! Nach Jahren des zögerlichen Ausprobierens gilt es nun jedoch, wichtige Vorhaben endlich aktiv anzupacken und in die Tat umzusetzen. Vor allem im Klinikbetrieb werden die Themen Digitalisierung und Automatisierung zukunftsentscheidend sein. Der Weg dorthin führt über das Wissensmanagement.

Der politische Druck wächst

Die politischen Weichen für Wissensmanagement wurden schon vor Jahren gestellt. Auch wenn die Umsetzung bisher nur mager ist, so sollen einige Projekte jetzt endlich greifen. Dazu zählt das Notfalldatenmanagement, das Ärzten und Sanitätern digitalen Zugriff auf wichtige Patienteninformationen erlaubt. Zudem erfolgt bis Mitte des Jahres die Anbindung aller medizinischen Einrichtungen an die Telematik-Infrastruktur. Zumindest theoretisch. Damit verbunden ist auch das wichtige Thema der Versichertenstammdaten. Gelingt die Umsetzung, kann der Gesundheitssektor erstmals übergreifend von der Vernetzung mit allen ihren Vorteilen – von der Zeitersparnis bis zur Kostenreduktion – profitieren. Die Hoffnung bleibt, dass der Funke überspringt und die Digitalisierung endlich flächendeckend Fahrt aufnimmt. Zum Beispiel auch in Richtung elektronischer Patientenakte, die ebenfalls ganz oben auf der Agenda steht.

Patienten fordern den digitalen Wandel

Allerdings darf bei der Umsetzung solcher Wissensmanagement-Projekte nicht die rechtliche Pflichterfüllung im Fokus stehen. Für Kliniken geht es vielmehr ums nackte Überleben. Daher reichen die gesetzlichen Vorhaben auch bei Weitem nicht aus, um den Weg zum Krankenhaus 4.0 zu ebnen. Hier ist Eigeninitiative gefragt. Denn nicht nur der politische Druck wächst. Es sind insbesondere die Patienten, die in der Medizin den gleichen Digitalstandard erwarten wie in der übrigen Gesellschaft. Ob im Büro, beim Einkaufen oder zu Hause – der Grad der Vernetzung nimmt täglich zu. Während Alexa eigenständig Bestellungen aufgibt und Siri auf Zuruf im Internet recherchiert, füllen Patienten im Krankenhausbett ihre Essenswünsche noch immer mit Zettel und Stift aus. Kein Wunder also, dass Patienten verschiedenen Studien zufolge eine zunehmende Digitalisierung in der Medizin befürworten. Ob elektronische Gesundheitsakte, die Auswertung von persönlichen Vitaldaten oder die Online-Sprechstunde – die Akzeptanz in der Bevölkerung ist groß.

Der Weg zur Restrukturierung ist digital

Auch die Kliniken haben das Potenzial erkannt. So bezeichnen laut einer Roland-Berger-Studie 79 Prozent der Klinikverantwortlichen die Digitalisierung als idealen Weg zur Restrukturierung. Schließlich greifen die Maßnahmen auf allen Ebenen. So führt intelligente Vernetzung zu höherer Behandlungsqualität und der Vereinfachung von Klinikprozessen. Automatisierung entlastet das Personal von administrativen Tätigkeiten, so dass den Fachkräften mehr Zeit für die medizinischen Herausforderungen – und damit für den Patienten – bleiben. Doch nicht nur das! Automatisierung reduziert nachweislich die Fehlerquote. Zudem steigt die Datenqualität. Die Kosten sinken. Das alles sind essentielle Voraussetzungen, um sowohl der weiter ansteigenden Informationsflut als auch dem stetig wachsenden Patientenaufkommen entgegenzuwirken.

Jetzt heißt es anpacken und Schritt halten

Die Demografie-Spirale dreht sich weiter. Der Fachkräftemangel nimmt an Fahrt auf. Die ersten Babyboomer gehen bereits in zwei Jahren in Rente. Während in Japan, das die Auswirkungen der alternden Gesellschaft schon heute in seiner vollen Bandbreite zu spüren bekommt, Pflegeroboter bereits zum akzeptierten Alltag gehören und in den USA erst kürzlich die erste digitale Pille zugelassen wurde, befinden sich manche Einrichtungen hierzulande noch im analogen Zeitalter. Ein Blick über die Grenzen sollte sie jedoch aufrütteln. Es gibt viel zu tun. Packen Sie es an!

nl/KWM
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