E-Rechnung in öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern

E-Rechnungsgesetz Bund und öffentlich-rechtliche Krankenhäuser

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Mit Einführung des „E-Rechnungsgesetz Bund“ (Richtlinie 2014/55/EU) wurde 2014 eine Rechtsgrundlage geschaffen, die 2018 im November verbindlich in Kraft trat. Davon sind nicht nur öffentliche Verwaltungsorgane betroffen, sondern auch öffentlich-rechtliche Kliniken und deren Lieferanten.

Sinn und Zweck der Regelung ist eine Vereinheitlichung des Empfangs und der Verarbeitung elektronischer Rechnungen. Eine E-Rechnung ist eine Faktur, „die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen“ wird. [1] Auch die Bearbeitung der Rechnungen – wie Eingang, Archivierung und Freigabe – muss elektronisch erfolgen. [2]

E-Rechnungen bieten Vorteile für Sender und Empfänger

Tatsächlich ist eine Prozessumstellung der Faktur nicht nur für öffentlich-rechtliche Krankenhäuser gesetzlich vorgeschrieben, sondern bietet erhebliches monetäres Einsparpotenzial. Darüber hinaus wird der Zustellungsprozess beschleunigt, da die Belege nun mehr oder weniger sofort bei dem Empfänger ankommen. Vorausgesetzt das System fungiert als Schnittstelle zwischen Krankenhaus und Lieferant, so dass beide dieselbe Sprache sprechen. Insofern gilt für den Einsatz eines standardisierten Datenformats, dass sich die Rechnungspartner zuvor auf eine gemeinsame Lösung einigen. [3] Insbesondere eine EDI-Lösung (Electronic Data Interchange) bietet Krankenhäusern die Möglichkeit, effizientere Prozesse zu Geschäftspartnern zu etablieren. [4] Der elektronische Austausch der Rechnungen zielt auf eine papierlose, effizientere und weniger fehlerbehaftete Variante.

Der neue Standard XRechnung und ZUGFeRD

Die XRechnung stellt eine Spezifikation des Europäischen Komitees für Normung (CEN) dar und basiert auf der Auszeichnungssprache XML. Die hierarchisch strukturierten Daten im Textdatei-Format ist für Mensch und Maschine lesbar. [5] Dieses Format wurde speziell für den datenbasierten Austausch zwischen öffentlichen Institutionen entwickelt und dient als bundesweiter Standard.

Die weiterentwickelte 2.0-Version von ZUGFeRD (EN 16931) ist konform zu den EU-Vorgaben. ZUGFeRD nutzt den ISO Standard PDF/A-3. Dadurch wird sichergestellt, dass sich Excel-, Word-, HTML-, CAD- oder XML-Dateien einbetten lassen. [6] Entsprechend sind die Dateien sowohl maschinenlesbar (XML-Format) als auch im PDF-Format archivierbar. So können Rechnungspartner die sinnvollste Austauschmöglichkeit für sich auswählen.

Übermitteln der XRechnung

Dank der standardisierten XRechnung (XML-Format) ist die elektronische Rechnungsübertragung unabhängig vom gewählten Medium und Weg der Übermittlung. Denkbar ist das Übersenden der XRechnung mittels der zentralen Rechnungseingangsplattform (ZRE) des Bundes, über einen webbasierten Upload, per E-Mail oder per DE-Mail. Zudem besteht die Möglichkeit, die E-Rechnung via Pan-European Public Procurement Online (PEPPOL) bereitzustellen.

 

Quellen:

[1] http://das-krankenhaus-der-zukunft.de/elektronische-rechnung-wird-verpflichtend-eingefuehrt/

[2] https://www.heise.de/ix/meldung/Ab-2020-vorgeschrieben-elektronische-Rechnungen-an-Behoerden-4009825.html

[3] https://www.seeburger.com/de/was-ist-edi/

[4] https://www.sana-commerce.com/de/blog-de/digitalisierung-im-gesundheitswesen/

[5] https://lerneprogrammieren.de/xml/

[6] https://www.pdf-tools.com/pdf20/de/know-how/pdf-iso-standards/pdfa-3-uebersicht/

 

jb/KWM

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