Ein Stück Medizingeschichte: Fernsehserie über Berliner Charité

1710 wurde die Berliner Charité als Pesthaus vor den Toren Berlins gebaut und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Die ARD erzählt ab morgen in der sechsteiligen Serie „Charité“ über den medizinischen Umbruch zum Ende des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit arbeiteten drei spätere Nobelpreisträger – Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich an der Charité. Nicht zuletzt wirkte auch Robert Virchow hier.

Von der Pflegeeinrichtung zur Heilanstalt

Die Handlung der Fernsehserie, die am Dienstag, den 21.3.2017, um 20:15 Uhr erstmals in der ARD ausgestrahlt wird, beginnt im Jahr 1888. Zu Beginn des wilhelminischen Zeitalters werden in der Charité jährlich bis zu 4000 Patienten versorgt. Neben zahlreichen, durch die voranschreitende Industrialisierung bedingten, Verletzungen leiden sie vor allem unter Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, Diphtherie, Typhus und Cholera oder unter Geschlechtskrankheiten wie der Syphilis. Gleichzeitig ist die Charité Anziehungspunkt für über 1000 Medizinstudenten, die hier von den renommiertesten Medizinern der Zeit ausgebildet werden: Rudolf Virchow, Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich. Nicht zuletzt durch sie bekommt das Krankenhaus einen neuen Stellenwert. Stand bis dato die Pflege der Erkrankten im Vordergrund, wächst nun der Anspruch, die Betroffenen von ihren Leiden zu heilen.

Ein Stück Medizingeschichte

Die Serie zeigt auch die Forschungsarbeit von Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich, was sie dabei angetrieben, aber auch zurückgeworfen hat. Gleichzeitig bekommen die Zuschauer einen Eindruck von zeitgenössischen Operationstechniken, chirurgischen Eingriffen im Hörsaal vor Publikum und davon wie sich das Fach der Medizin noch als reine Männerdomäne präsentierte.

Seitens der Charité zeigt man sich schon vor der Ausstrahlung zufrieden mit dem Projekt. Professor Dr. med. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, über das Resultat: „Wir sind begeistert von der großartigen Zusammenarbeit und dem überzeugenden Ergebnis dieses außergewöhnlichen Filmprojekts.“

Am Dienstag, den 21.3.2017, startet die Serie um 20.15 Uhr mit einer Doppelfolge. Danach folgt für besonders Interessierte noch eine Dokumentation mit dem Titel „Die Charité – Geschichten vom Leben und Tod“, in denen unter anderem Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts zu Wort kommen und beispielsweise die Sammlung anatomisch-pathologischer Präparate Rudolf Virchows gezeigt wird. Die weiteren Folgen der Spielfilm-Serie werden an den darauffolgenden Dienstagen (28.3., 4.4., 11.4. und 18.4.) jeweils um 20.15 Uhr in der ARD gezeigt.

Mehr zur Serie und der Dokumentation, Darstellern und Drehaufnahmen finden Sie hier.

Quellen:
Historischer Mehrteiler im Ersten: „Charité“ geht in Serie, Pressemeldung der Charité – Universitätsmedizin Berlin vom 14.3.2017

cp/KWM

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