Endstation Krankenhaus: Gutes Sterben in der Klinik?

Gute Sterbebegelitung wird für Kliniken wichtig©Fotolia - Alexey Klementiev

©Fotolia – Alexey Klementiev

Die meisten Menschen wünschen sich, zuhause zu sterben. In Wirklichkeit endet jedoch für jeden Zweiten in Deutschland das Leben in einer Klinik, einem Alten- oder Pflegeheim. Da Krankenhäuser immer mehr hochbetagte und damit mehrfacherkrankte Patienten behandeln, ist eine menschliche und professionelle Sterbebegleitung in der Zukunft eines der zentralen Themen im Klinikalltag.

2014 veröffentlichten Freiburger Wissenschaftler im Fachmagazin „Cancer“ Umfrage-Ergebnisse zur Palliativversorgung in zehn baden-württembergischen Krebszentren. Die Aussagen der 1100 befragten Ärzte und Pfleger zeigen, dass und wo in den nächsten Jahren Handlungsbedarf besteht:

  • 43 Prozent empfanden das Sterben in ihrer Einrichtung als nicht würdevoll
  • Rund 50 Prozent gaben an, zu wenig Zeit für die Sterbebegleitung zu haben
  • 55 Prozent fanden die Räumlichkeiten für Sterbende unbefriedigend
  • Nur 19 Prozent fühlten sich für den Umgang mit Todkranken entsprechend ausgebildet
  • Auf speziellen Palliativstationen hingegen waren 95 Prozent der Mitarbeiter der Meinung, Sterbende gut begleiten zu können

Was ist „gutes Sterben“?

Aber was verstehen Patienten, Angehörige, Pflegende und Ärzte eigentlich genau unter „gutem Sterben“? Ein Beitrag in der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ geht dieser Frage nach und zeigt Aspekte auf, die beiden Seiten wichtig sind:

  • Schmerzlinderung
  • Akzeptanz des Sterbens
  • Anwesenheit von Angehörigen zum Zeitpunkt des Sterbens
  • Gute Kommunikation zwischen Patient, Familie, Pflegenden und Ärzten

Um ihre Patienten gut begleiten zu können, betonen Ärzte und Pflegende auch hier den Bedarf an einer verbesserten palliativen Ausbildung. Konkrete Leitlinien zur Versorgung Sterbender, mehr Personal sowie das Vorhandensein einer Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung wären wünschenswert.

 

Buchtipp:

Sterben im Krankenhaus, herausgegeben von Wolfgang George, Eckhard Dommer, Viktor R. Szymczak, Psychosozial Verlag

 

Quellen:

  • Nico Hutter et al.:
    Was ist „gutes Sterben“? Begriffsklärung und Stand der Forschung
    Deutsche Medizinische Wochenschrift 2015; 140 (17); S.1296-1301

 

cp/KWM

Bildquelle: ©Fotolia- Alexey Klementiev

Hinterlassen Sie einen Kommentar