Entlassmanagement als Chance begreifen

Entlassmanagement © El Gaucho/adobe.stock.com

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Am 1. Oktober 2017 tritt der Rahmenvertrag zum Entlassmanagement in Kraft. Ziel ist es, für die Patienten eine kontinuierliche Versorgung im Anschluss an die Krankenhausbehandlung zu gewährleisten. Eine Herausforderung für jede Klinik, gleichzeitig aber auch eine Chance, die Abläufe im Haus unter die Lupe zu nehmen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken.

Die Sektorengrenzen im deutschen Gesundheitswesen sorgen immer wieder dafür, dass die Behandlung von Patienten nicht reibungslos verläuft. Das geht zu Lasten der Betroffenen und treibt die Kosten für die Krankenversorgung letztlich in die Höhe. Bereits seit 2007 wird in unterschiedlichen Regelungen um den Übergang von der stationären zur nachfolgenden Behandlung gerungen.

Mit dem nun in Kraft tretenden Rahmenvertrag zum Entlassmanagement sollen die folgenden Ziele endlich erreicht werden:

  • Kontinuität in der Versorgung
  • Verbesserung der Kommunikation aller Beteiligter
  • Entlastung von Patienten und Angehörigen
  • Vermeidung von „Drehtüreffekten“

Abläufe vereinheitlichen

Diese Herausforderung auch als Chance zu begreifen, dafür plädiert Irmtraut Gürkan, Mitherausgeberin der Zeitschrift „Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement“ und Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg. Die eindeutige Gesetzesvorgabe sei der oft notwendige „Druck von außen“, um die bisherigen Abläufe und Prozesse im eigenen Haus zu hinterfragen, sie gegebenenfalls zu vereinheitlichen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen verbindlich festzulegen. „Leider ist es heute oftmals noch so, dass das Patientenmanagement in einigen Abteilungen hervorragend funktioniert, in anderen dagegen ein unabgestimmtes Nebeneinander der Aktivitäten der Ärzte, Pflegenden und des Sozialdienstes existiert“, so Gürkan.

Digitalisierung vorantreiben

Neben der Bereitschaft alte Strukturen zu überdenken, aufzubrechen und Abläufe neu und einheitlich zu organisieren, bedarf es aber auch einer adäquaten IT-Unterstützung. Nur so könne gewährleistet werden, dass alle relevanten Informationen nicht nur im Krankenhaus, sondern auch für die Anschlussversorgung der Patienten den jeweiligen Verantwortlichen zur Verfügung stehen. Für Irmtraut Gürkan gehören dazu neben einer elektronischen Patientendokumentation auf Station idealerweise auch eine persönliche elektronische Patientenakte (PEPA). Die Gesetzesvorgabe könne so auch die längst überfällige Digitalisierung der Krankenhäuser vorantreiben.

Weiterführende Informationen zum Thema

2014 beauftragte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das AQUA-Institut damit, eine Konzeptskizze für ein Qualitätssicherungsverfahren für das Entlassmanagement zu erstellen. Im Rahmen dessen wurden Verbesserungspotenziale analysiert und konkrete Empfehlungen formuliert.

Quelle:
Entlassmanagement: Chance für mehr Effizienz in den Krankenhäusern und bessere Versorgungsqualität, Herausgeberkommentar von Irmtraut Gürkan in: Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement 2017; 22 (4); S.171–172.

cp/KWM
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