Erfolgsfaktor ärztliches Zeitmanagement

von Dr. med. Daniel Kügler

Die Arbeit im Krankenhaus ist geprägt von ständigen Veränderungen, fortschreitender medizinischer Weiterentwicklung sowie einem starken Erfolgs- und Zeitdruck. Um dies zu bewältigen, ist Kenntnis und konsequente Anwendung eines effektiven Zeitmanagements unumgänglich. Auch die Leistungsfähigkeit des Krankenhauses kann so deutlich gesteigert werden.

 

Klare Strukturen
Die klare Strukturierung des Tages- und Wochenablaufs ist wichtig. Auch Funktionsabteilungen und OP-Bereiche bedürfen einer gut durchdachten Organisation, z. B. durch ärztliche Funktionspläne mit Rotations- und Ausbildungsmöglichkeiten. Wichtig ist auch, dass der Chefarzt persönliche Verantwortung für die ärztliche Weiterbildung übernimmt: Die in regelmäßige Fort- und Weiterbildungen investierte Zeit kann für die Klinik gewinnbringend und für die Mitarbeiter motivierend sein.

Flexible Arbeitszeiten
Das Arbeitszeitgesetz bietet Krankenhäusern die Möglichkeit, moderne Arbeitszeitmodelle zu etablieren. Dadurch kann eine höhere Produktivität ohne wesentlichen finanziellen Mehraufwand erreicht werden. Auch für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dies bedeutsam und ein familienfreundliches Krankenhaus kann Personal wirtschaftlicher führen: Fluktuations- und Wiederbeschaffungskosten werden vermieden und zufriedene Mitarbeiter arbeiten produktiver und konzentrierter.

DRG-Management
Gerade durch das korrekte Management der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) ist aus wirtschaftlicher Sicht der größte Gewinn zu erwarten. Aufgrund des hohen Arbeitsaufwands bei der Kodierung der Diagnosen und Prozeduren sollten DRG-Manager oder zumindest Kodierfachkräfte, die engen Kontakt mit den ärztlichen Mitarbeitern pflegen, eingesetzt werden.

Kommunikation
Nur Mitarbeiter, die miteinander sprechen, können gemeinsame Ziele erreichen. Zielorientierte Kommunikation kann zu enormer Zeitersparnis und zu einem positiven Arbeitsklima mit leistungsbereiten Mitarbeitern führen. Erfolgreiche Kommunikation zwischen ärztlichen Mitarbeitern muss von den leitenden Ärzten vorgelebt werden. Eine kontinuierliche, wertschätzende und ressourcenorientierte Kommunikation ist zudem Voraussetzung für eine wachstumsorientierte Führungskultur.

Delegation
Bei der Optimierung der Arbeitsabläufe sind die ärztlichen von den nicht­ärztlichen Tätigkeiten strikt zu trennen: Die hoch qualifizierten und gut bezahlten ärztlichen Mitarbeiter sollten dazu auch von ihrem Recht der Delegation Gebrauch machen, z. B. für Aufgaben wie Blut abnehmen oder Befunde anfordern. Management durch Delegation kann die Leistungsbereitschaft im Team erhöhen, den Arzt entlasten und zu einer Effizienzsteigerung in der Klinik führen.

Medizintechnik
Mit High-End­Geräten, flexiblen Röntgen- und Ultraschallsystemen, der Telemedizin oder Instrumenten der minimalinvasiven Chirurgie können Ärzte nicht nur eine qualitativ höherwertige Diagnostik, sondern auch eine deutliche Zeitersparnis und damit verbundene Leistungssteigerung erreichen. Leitende Ärzte sollten daher ihre Geschäftsführung von den zu erwartenden medizinischen und wirtschaftlichen Erfolgen überzeugen.

Eigenes Zeitmanagement
Ärzte sollten ihr eigenes Zeitverhalten analysieren, um Schwachstellen erkennen und zielorientiert optimieren zu können. Nur wer die grundlegenden Zeitmanagementtechniken beherrscht, das zur Verfügung stehende Zeitkontingent optimal ausnutzt, Prioritäten setzt und seine Tages-, Wochen- und Monatsgestaltung plant, kann sich und seiner Klinik Vorteile sichern.

Quelle: Kügler, Daniel: Erfolgsfaktor ärztliches Zeitmanagement. Effiziente Möglichkeit der Leistungssteigerung im Krankenhaus. In.: Klinik Wissen Managen, 04/14, 2014, S. 16-19.

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