Ergebnisse des 13. Krankenhaus Rating Reports

Cover Krankenhaus-Rating-Report-2017 © medhochzwei Verlag

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Wie hat sich die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser in 2015 entwickelt? Welche Innovationen könnten dazu beitragen, den demografischen Wandel zu bewältigen, um mit weniger werdendem Fachpersonal steigende Patientenzahlen zu versorgen? Was hat der Krankenhausstrukturfonds bislang bewirkt? Diesen und weiteren Fragen gehen das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung und das Institute for Healthcare Business in Kooperation mit Deloitte in der dreizehnten Ausgabe des „Krankenhaus Rating Report“ nach. Die Studie basiert auf einer Stichprobe von 506 Jahresabschlüssen aus dem Jahr 2014 und 201 Abschlüssen auf dem Jahr 2015. Insgesamt flossen die Daten von 877 Kliniken ein.

Wirtschaftliche Lage: Leichte Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr

Laut Studie hat sich die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser im Jahr 2015 gegenüber 2014 „nur leicht verschlechtert“:

  • 9 Prozent befanden sich 2015 im „roten Bereich“ mit erhöhter Insolvenzgefahr.
  • 12 Prozent waren im „gelben Bereich“.
  • 79 Prozent waren im „grünen Bereich“.
  • Auf Konzernebene schrieben 21 Prozent der Krankenhäuser einen Jahresverlust.

Im Jahr 2015 waren zudem 63 Prozent der Kliniken investitionsfähig, wobei die Kapitalausstattung der Krankenhäuser jedoch immer noch als unzureichend angesehen wird. Denn ihr jährlicher Investitionsbedarf (ohne Universitätskliniken) belaufe sich auf mindestens 5,4 Milliarden Euro. Die Bundesländer stellten im Jahr 2015 Fördermittel in Höhe von 2,8 Milliarden Euro zur Verfügung, woraus sich eine jährliche Förderlücke von mindestens 2,6 Milliarden Euro ergebe.

Empfehlung: Krankenhausstrukturfonds über 2018 hinaus fortführen

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser ist regional sehr unterschiedlich. Zurückzuführen ist das letztlich auf ungünstige Krankenhausstrukturen. Faktoren hierfür sind zu viele kleine Einrichtungen, eine zu hohe Krankenhausdichte und zu wenig Spezialisierung. Insgesamt war in den ostdeutschen Bundesländern die wirtschaftliche Situation am besten. In Bayern, Niedersachsen/Bremen, Hessen und Baden-Württemberg ist die Lage am schwierigsten.

Der von 2016 bis 2018 eingesetzte Krankenhausstrukturfonds habe jedoch bereits eine gewisse Dynamik zur Strukturoptimierung entfacht und werde gut angenommen, so die Autoren des Rating Reports. Professor Dr. Boris Augurzky, Leiter des RWI-Kompetenzbereichs „Gesundheit“, empfiehlt daher eine Fortführung über 2018 hinaus. Für eine ideale Krankenhausstruktur seien insgesamt voraussichtlich rund zwölf Milliarden Euro Investitionsmittel nötig. Bei einer Fortführung sollten die Mittel jedoch idealerweise aus Steuermitteln des Bundes mit Ko-Finanzierung der Länder kommen.

Weniger Krankenhäuser und Betten, steigendes Leistungsvolumen

Die Zahl der Krankenhäuser verringerte sich in 2015 um 1,2 Prozent auf 1956. Die Bettenzahl sank erstmals unter eine halbe Million. Die durchschnittliche Verweildauer der Patientinnen und Patienten sank weiter auf 7,3 Tage. Das gesamte Leistungsvolumen (Casemixvolumen) der Krankenhäuser stieg 2015 um 1,5 Prozent, die Zahl der Krankenhausfälle nahm um 0,5 Prozent zu.

Ziele der Gesundheitsagenda 2025

Die Autoren empfehlen folgende Ziele für eine Gesundheitsagenda 2025 über die nächsten zwei Legislaturperioden hinweg:

  1. Eine nationale Modernisierungsstrategie (darunter Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Robotik, Assistenzsysteme, elektronische Patientenakte, Fernbehandlung)
  2. Die Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung (insbesondere in der Notfallversorgung)
  3. Die Sicherung des Fachkräfteangebots für das Gesundheitswesen
  4. Eine höhere Priorität für Investitionen
  5. Die Förderung der Souveränität und Eigenverantwortlichkeit der Patienten

Die gesamte Studie kann beim Verlag medhochzwei bestellt werden.

Quelle:
Krankenhaus Rating Report 2017: Strukturfonds – beginnt jetzt die große Konsolidierung?“

jh/KWM
Bildquelle: © Schlierner – Fotolia.com und medhochzwei Verlag

 

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