Die drei häufigsten Fragen zum Wissensmanagement

Wissensmanagement

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Wissensmanagement ist allgegenwärtig. Es ist wettbewerbskritisch und aufgrund von demografischem Wandel sowie wachsendem Kostendruck auch für das Gesundheitswesen unerlässlich. Und dennoch – oder vielleicht auch gerade deshalb – tauchen immer wieder Fragen rund um diese Thematik auf. Und gerade, weil sie immer wieder debattiert werden, wagt manch einer, sie gar nicht mehr zu stellen. Doch die Antworten darauf sind essenziell für die erfolgreiche Umsetzung im Klinikalltag.

Wissensmanagement – was ist das überhaupt?

Wissensmanagement zielt auf den effizienten Umgang mit Daten, und zwar jedweder Art. Also internen und externen, analogen und digitalen, strukturierten und unstrukturierten Daten aus heterogenen Quellen. Sie bilden in Kombination mit den individuellen Erfahrungen der Mitarbeiter die Grundlage allen Wissens. Im Wissensmanagement geht es darum, alle verfügbaren Daten zu erschließen, um sie anschließend verarbeiten zu können. Hier gilt: Durch die Anwendung von Wissen entsteht stets neues Wissen, das wiederum erfasst werden muss, um es verfügbar zu machen. Wissensmanagement folgt dabei dem Kreislauf aus Wissenserwerb, Wissensspeicherung, Wissensverteilung und Wissensnutzung. Moderne IT wird in diesem Prozess aufgrund der wachsenden Datenmengen zum Enabler und ist damit für moderne Wissensorganisationen unerlässlich.

Lohnt sich Wissensmanagement?

Ja, Wissensmanagement lohnt sich. Es zahlt sich aus durch höhere Effizienz, verbesserte Produktivität, geringere Fehlerquoten, steigende Qualität, abnehmende Suchzeiten, bessere Abstimmungsprozesse, weniger Teamkonflikte und reduzierte Verständigungsprobleme. Zudem schont es die vorhandenen Ressourcen: Mitarbeiter werden entlastet und Kosten gespart. Dass Wissensmanagement wirkt, steht also außer Frage. Die große Herausforderung liegt allerdings darin, diesen Erfolg auch messbar zu machen. Während sich in der freien Wirtschaft beispielsweise Ausschuss- und Produktionsmengen vor und nach der Implementierung von Wissensmanagement messen lassen, ist es im Gesundheitswesen wesentlich schwieriger, belastbare Zahlen zu generieren. Aber es ist durchaus möglich. Beispiele sind die Patientenzufriedenheit oder die Fehltage der Mitarbeiter. Auch Bettenauslastung, Überstunden oder Suchzeiten können als Indikatoren dienen. Wichtig sind dabei insbesondere zwei Aspekte: Zum einen müssen die Kennzahlen bereits vor der Einführung von Wissensmanagement festgelegt und erhoben werden. Nur so liegen belastbare Vergleichsgrößen vor. Zum anderen empfiehlt es sich, nicht nur eine Kennzahl zur Erfolgsmessung heranzuziehen, sondern besser drei oder mehr. Denn bei einer einzelnen Kennzahl kann der Ausschlag nach oben oder unten auch immer andere Gründe haben. Bewegen sich hingegen mehrere Schlüsselindikatoren in dieselbe Richtung, dann untermauert dieser Trend die Wirkung von Wissensmanagement.

Wie fange ich am besten mit Wissensmanagement an?

Wissensmanagement ist eine sehr heterogene Disziplin mit facettenreichen Umsetzungsvarianten. Jedes Krankenhaus muss daher selbst bestimmen, wo sich der Einsatz derzeit am meisten lohnt und wo die Optimierungspotenziale am größten sind. Doch solche wegweisenden Entscheidungen trifft man selten aus dem Bauch heraus. Für eine objektive Handlungsgrundlage bedarf es einer analytischen Standortbestimmung in Form einer Reifegradanalyse. Sie bewertet den Status quo der wichtigsten Ausprägungen und Erfolgsfaktoren, nämlich:

  • Unternehmensstrategie & Wissensziele
  • Wissensentwicklung & Innovation
  • Kompetenzen & Fachwissen
  • Zufriedenheit & Motivation der Mitarbeiter
  • Zusammenarbeit & Kommunikation
  • Unternehmensstrukturen & Prozesse
  • Führung & Managementunterstützung
  • Technologie & Software.

Die Ergebnisse bilden den aktuellen Ist-Zustand ab und werden mit dem von der Klinik angestrebten Soll abgeglichen. Aus den Abweichungen ergeben sich anschließend konkrete Handlungsbedarfe, die Auskunft darüber geben, wo Wissensmanagement aktuell am dringendsten benötigt wird und am effizientesten wirkt.

nl/KWM

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