Führungskräfte sind auch „Digital Leader“

Big Data © wladimir1804 – Fotolia.com

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Der digitale Wandel im Gesundheitsbereich hinkt anderen Branchen hinterher. Neben strukturellen und organisatorischen Veränderungen tun sich Kliniken vor allem mit dem kulturellen Wandel schwer. Das betrifft insbesondere die Führungsorganisation und die Akzeptanz neuer Mitarbeitereinbindungs- und Beteiligungsmaßnahmen. Laut einer Studie der Allensbacher K.O.M. GmbH müssen sich insbesondere Führungskräfte als treibende Kräfte der Digitalisierung verstehen.

Woran krankt der Fortschritt?

Die Mehrheit der Befragten vermisst in ihrer Einrichtung eine zentrale Informationssammelstelle, über die die Mitarbeiter verschiedener Klinikbereiche die für sie notwendigen Informationen abrufen können. Die vielerorts uneinheitliche Dokumentation, mal in Papierform, mal digital, erschwert den Informationsfluss immer noch ungemein. Um die Digitalisierung voranbringen zu können, fehle es aber oft an den notwendigen finanziellen Ressourcen. Aber auch Gesetze, das Gesundheitswesen und politische Entscheidungen behinderten den Fortschritt.

Was ist notwendig für den Wandel?

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Führungskräfte intensiv mit den Herausforderungen des digitalen Wandels auseinandersetzen müssen, damit der Fortschritt gelingt. Dazu müsse aber auch das eigene Führungsverständnis hinterfragt werden.

„Die aktuellen Strukturen, die wir in den Krankenhäusern in Deutschland finden, sind weder zeitgemäß noch eignen sie sich für eine Digitalisierung. Für Letzteres müsste ich die Arbeitsabläufe in Kernprozesse aufspalten, die sachgerecht und notwendig sind. Aktuell finden wir aber eher eine Organisation, die nach Berufsständen organisiert ist vor, das entspricht nicht der Medizin von heute“,

erklärt einer der Befragten. Digitalisierung bedeutet demnach, zunächst mit alten Strukturen zu brechen.

Über die Studie
Die Teilnehmer an der Studie setzen sich zu fast gleichen Teilen aus Personen mit ärztlichem, pflegerischem und administrativem Hintergrund zusammen. Zwei Drittel arbeiten für einen öffentlichen oder gemeinnützigen Träger. Die Größe der Krankenhäuser reicht von 300 bis 9.000 Angestellten. Mehr als 90 Prozent der Studienteilnehmer haben eine leitende Stelle, zumeist in geschäftsführender Funktion.

Quellen:
Der digitale Wandel und seine Auswirkungen auf das Führungsverhalten in Krankenhäusern! NEUNsight, August 2017
Wie der digitale Wandel das Führungsverhalten beeinflusst, Health&Care Management, 19.09.2017

cp/KWM
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