Für Sie getestet: Die Suchmaschine „ClinicalKey“ im klinischen Alltag

© Thieme Verlagsgruppe - Paavo Blafield

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Von Nils Marschalek – Was ist ClinicalKey eigentlich? Grundsätzlich eine klinische Suchmaschine, die Vollzugriff auf Artikel, Bücher und Videos sowie weitere verschiedenste Inhalte bietet – in rein englischer Sprache.

Als Assistenzarzt für Orthopädie/Unfallchirurgie sollte ich im Rahmen einer Fortbildung einen Vortrag über knöcherne Ausrisse des hinteren Kreuzbands erarbeiten. Dabei bot sich mir eine gute Gelegenheit, ClinicalKey zur Ausarbeitung zu nutzen.

Ich begann also mit der Recherche. Da isolierte Avulsionsfrakturen des hinteren Kreuzbands relativ seltene Verletzungen sind, suchte ich zunächst nach den Stichworten „pcl avulsion fracture“. Die Suche lieferte 13837 Ergebnisse. Ich musste die Suche weiter eingrenzen.

Im Mittelpunkt meines Vortrags sollte vor allem der operative Zugangsweg zum hinteren Kreuzband stehen. Als Grundlage dienten zwei Veröffentlichungen, die einerseits die arthroskopische Technik andererseits die offene Versorgung über einen minimalinvasiven Zugang beschreiben. Beim Durchlesen der beiden Arbeiten auf ClinicalKey wurde ich auf ältere Veröffentlichungen aufmerksam. Um an die Volltexte zu gelangen gab ich einfach den Titel der Arbeiten in die Suchanfrage ein und ordnete die Ergebnisse nach Relevanz. Dies funktioniert über ClinicalKey problemlos. Nahezu immer wurde die gesuchte Orginalarbeit als oberster Treffer dargestellt. Um zu erfahren, ob Arbeiten, die nicht im Elsevier-Verlag verlegt werden, als Volltext vorliegen gibt es in unserem Haus einen Link zur elektronischen Zeitschriftenbibliothek Regensburg in welchem mit Hilfe eines Ampelsystems die Verfügbarkeit des jeweiligen Artikels dargestellt ist. Diese lassen sich dann problemlos über die Homepage der jeweiligen Journale abrufen.

Der eigentliche Vorteil gegenüber einer reinen MEDLINE-Abfrage liegt in der Größe und Vielfalt der Datenbank. Grundsätzliche medizinische Fragestellungen lassen sich recht einfach in Fachbüchern, Bildern oder sogar Videos nachschlagen. Etwas anstrengend ist es, dass jeweils nur 20 Ergebnisse pro Seite angezeigt werden und das sich das auch nicht verändern lässt. Insgesamt kann so relativ zügig ein Überblick über ein Themengebiet gewonnen werden. Ergebnisse lassen sich zudem einfach in einer Favoritenliste abspeichern und Bilder können sogar in eine vorher erstellte Power-Point-Präsentation eingefügt werden. Für Vorträge lässt sich somit diese Datenbank ziemlich gut nutzen.

Besonders hervorheben muss man bei ClinicalKey die Eignung für die Fachrichtung Orthopädie/Unfallchirurgie. Es gibt sehr viele Bücher (u.a. Campbell’s Operative Orthopaedics, Green’s Operative Hand Surgery) und Journale (Journal of Bone and Joint Surgery, Operative Techniques in Orthopaedics) die sich gezielt nach Fragestellungen durchsuchen lassen. Natürlich lässt sich für beliebige Journale auch ein Issue Alert anlegen.

ClinicalKey ist auch zur Vorbereitung auf Operationen sehr nützlich. Es hält sehr viele Videos und Bilder bereit, die sehr anschaulich die meisten Prozeduren darstellen.

Der größte Vorteil von ClinicalKey ist wahrscheinlich, dass es keinen VPN-Zugang o.ä. benötigt und es somit von beliebig vielen und auf mobilen Endgeräten nutzbar ist. So kann man problemlos auf dem Nachhauseweg über sein Tablet praktisch unbegrenzt Fachliteratur abrufen.

 

Nils Marschalek
DRK Kliniken Berlin-Westend, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie

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