Geodaten: Smarte IT als Retter in der Not

Geodaten im Notfall © artinspiring/ Adobe.Stock.com

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Geodaten sind digitale Informationen zur räumlichen Lage. Immer häufiger nutzen Marketingexperten solches Wissen, um ihre Werbung regional zu platzieren. Auch für Verkehrsmeldungen werden sie herangezogen. In der Medizin können sie helfen, Rettungsmannschaften schneller ans Ziel zu lotsen. Allerdings nur dann, wenn alle Beteiligten auch tatsächlich in der Lage sind, die Daten zu empfangen und zu verarbeiten. Ohne moderne IT-Infrastruktur, Digitalisierung und Wissensmanagement ist das nicht möglich!

Der schnellste Weg zum Unfallort

Ein Notruf vom Land. Der Verunglückte weiß nicht genau, wo er sich befindet. Irgendwo zwischen Feldern und Wäldern. Aber er braucht Hilfe. Dringend. Rettungsmediziner machen sich auf dem Weg zu ihm. Dank Geodaten, die sein Handy sendet, können sie sofort seinen ungefähren Standort ermitteln. Aufgrund der weit auseinanderliegenden Sendemasten aber noch zu ungenau. Zumindest die Richtung steht fest und führt mitten durch den Berufsverkehr einer Großstadt. Auch können Geodaten zum Einsatz kommen, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Durch Auswertung von anonymisierten Bewegungs- und Handydaten erhalten die Retter die schnellste Route durch die Rush Hour angezeigt.

Die genaue Ortung

Ist der ungefähre Weg klar, geht es nun um eine genauere Ortung. Per GPS-Signal und satellitengestützter Navigation gelingt die punktgenaue Standortbestimmung. Währenddessen sind bereits nicht-medizinische Helfer am Unfallort angekommen. Per Handy-App werden sie Schritt für Schritt durch die Erstversorgung geführt und professionell angeleitet. Nur eine Beinverletzung bereitet ihnen Sorgen. Um richtig zu handeln, wird eine Video-Schalte zum Krankenwagen hergestellt. So wissen die Mediziner zum einen, was sie an ihrem Ziel erwartet – und worauf sie sich einstellen müssen. Zum anderen können sie die Verletzungen in Augenschein nehmen und aus der Ferne Versorgungstipps geben.

Wenn das Unmögliche realistisch wird

Zugegeben: Das Szenario ist bisher reine Zukunftsmusik. „Schuld“ daran ist nicht die Technik, sondern der Datenschutz. Schon allein die GPS-Ortung ist – selbst im Notfall – nicht ohne weiteres möglich. Doch der Druck wächst. Schließlich geht es darum, Menschenleben zu retten. Die hohen Barrieren werden früher oder später fallen. Um die immensen Möglichkeiten der IT im Zusammenspiel mit Geodaten nutzen zu können, müssen Kliniken und Hilfsorganisationen auf solche Szenarien vorbereitet sein.

Wissen rund um Daten und Digitalisierung

Das heißt: Es ist erforderlich, dass sie digitale Daten gleich welchen Ursprungs und welchen Formats verarbeiten können. Alle IT-Werkzeuge müssen über entsprechende Eingangs- und Ausgangsschnittstellen verfügen. Das gilt insbesondere für mobile Endgeräte. Zudem brauchen die Beteiligten digitale Skills und fundiertes Daten-Know-how, um das Wissen auch nutzen und anwenden zu können. Die Auseinandersetzung mit der Ressource Wissen, ihrer Bedeutung und ihrem Wert für die Medizin, sollte fester Bestandteil jeder Klinikstrategie sein. Mit gelebtem Wissensmanagement steigt das Bewusstsein rund um Daten, Informationen und Wissen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um dieses wertvolle Kapital nicht nur nutzen, sondern auch schützen zu können. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wissen allgemein und Geodaten im Besonderen sind die Voraussetzung, um ein Szenario wie oben beschrieben Realität werden zu lassen.

nl/KWM
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