Gibt es in Ihrer Klinik schon einen Chief Data Officer?

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Dokumente digitalisieren, Datenflüsse analysieren und sensibles Wissen datenschutzkonform archivieren: Wer kümmert sich in Ihrem Haus um solche und ähnliche Herausforderungen? Angesichts der wachsenden Herausforderungen rund um Digitalisierung und Wissensmanagement sind Kliniken gut beraten, einen versierten Chief Data Officer einzustellen. Er verantwortet dabei nicht nur den nachhaltigen Umgang mit Daten und Informationen, sondern steht insbesondere auch der Krankenhausleitung beratend zur Seite und hilft damit, den Weg zum Smart Hospital zu ebnen.

Datenverantwortliche dringend gesucht!

Digitale Patienten- und elektronische Personalakte, smartes Entlassmanagement, KI-gesteuerte Medikamentenvergabe, das E-Rezept und der Datenaustausch über die Telematikinfrastruktur – um nur einige Beispiele zu nennen – halten Kliniken und ihre Verantwortlichen schon seit geraumer Zeit in Atem. Bei all diesen wissensintensiven Projekten geht es um unaufschiebbare Herausforderungen, die abseits des Klinikalltags erfolgen müssen. Doch Zeit und Ressourcen sind gerade im Gesundheitswesen besonders rar. Zudem gehören datengetriebene (Digitalisierungs-)Vorhaben in der Regel nicht zur Kernkompetenz von Medizinern. Und dennoch müssen sie mit Nachdruck vorangetrieben werden. Aus politischen und rechtlichen Motiven heraus ebenso wie aus finanziellen Gründen. Schließlich drohen in Folgen eines unsachgemäßen Umgangs mit sensiblen Daten beträchtliche Bußgelder (Stichwort: EU-DSGVO). Aber auch darüber hinaus lassen sich durch einen bewussten Umgang mit Daten und der Digitalisierung von Dokumenten erhebliche Kosten einsparen, indem Prozesse verschlankt und damit Ressourcen geschont werden.

Expertenwissen erforderlich

Die Herausforderungen rund um Digitalisierung und Wissensmanagement im Krankenhaus sind – gerade auch in Folge der Erfahrungen aus der Covid-19-Pandemie – zum unbedingten Must-have geworden. Derartige Projekte benötigen folglich fundiertes Expertenwissen. Das bedeutet: Die Position eines Chief Data Officers kann niemand nebenbei oder on-top zu seinen sonstigen Aufgaben bewältigen. Vielmehr muss eine eigene Stelle geschaffen werden. Ob diese dann tatsächlich die des Chief Data Officers ist oder stattdessen Chief Knowledge Manager, Chief Digital Officer, Head of Data Science oder schlicht Leiter Datenmanagement heißt, ist zweitrangig.

Das Hauptaugenmerk des organisationalen Datenverantwortlichen liegt auf der intelligenten Speicherung, Verarbeitung und Verwertung von Daten. Idealerweise überprüft er die existierenden Datenbestände, macht Datenflüsse transparent und zeigt Mehrwerte auf, die sich aus Daten generieren lassen. Dazu muss er zunächst die Klinikprozesse kennen und wissen, an welchen Prozessschnittstellen welche Daten benötigt werden. Anschließend geht es darum, Optimierungspotenziale zu erkennen und auszuschöpfen. Dazu bedarf es häufig smarter IT-Lösungen, wie Dokumentenmanagement- oder Learning-Management-Systeme. Der Chief Data Manager muss sich folglich mit der einschlägigen Wissensmanagement-Software ebenso auskennen wie mit den Anforderungen des Datenschutzes.

Vom Chief Data Officer zum Management Consultant

Daten sind bekanntlich das Gold des 21. Jahrhunderts. Das gilt umso mehr für wissensintensive Organisationen, deren Geschäftsmodell auf Know-how und Erfahrung fußt – also auch für Kliniken. Chief Data Officer halten dieses Gold quasi in den Händen. Es obliegt ihnen, es so einzusetzen und zu formen, dass dem Krankenhaus der Sprung in eine erfolgreiche Zukunft gelingt. Der Weg zum Smart Hospital führt also direkt über den Datenverantwortlichen. Doch auch die Klinikstrategie und die dort definierten Wissensziele sind ausschlaggebende Faktoren für das Krankenhaus 4.0. Wie sich die digitale Transformation nachhaltig vollziehen lässt, welches Wissen dafür erforderlich ist und welche Daten hierbei eine Rolle spielen, das kann die Klinikleitung nur in enger Zusammenarbeit mit einem ausgewiesenen Datenexperten erörtern. Genau hier kommt der Chief Data Officer ins Spiel: Er kennt sich nicht nur mit Daten generell aus, er ist auch mit dem klinikspezifischen Datenbestand bestens vertraut und kennt zudem die organisationalen sowie kulturellen Besonderheiten, die es bei Change-Vorhaben zu berücksichtigen gilt. Damit nimmt der Chief Data Officer gerade bei Veränderungsprojekten eine zentrale Stellung ein und wird zum internen Management Consultant, der die Klinikleitung fachkundig berät und ihr valides Datenmaterial als Entscheidungsvorlage liefert.

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