Grünkohlchips und Austern: Wie Sie das Hirn mit der richtigen Ernährung gesund halten

Mit Austern und Grünkohl das Gehirn gesund halten © Thieme Verlagsgruppe / Meike Bergmann

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Kann man sich ein gesünderes Gehirn anessen? Davon ist die Forschergruppe um Dr. Drew Ramsey, New York City, überzeugt. Seit einigen Jahren diskutieren die amerikanischen Psychiater auf ihrer Jahrestagung, wie die Ernährung unsere psychische Gesundheit beeinflusst. Denn das Gehirn, so der Experte, kann durch vollwertige Nahrungsmittel gestärkt werden und beispielsweise so das Depressionsrisiko um 40 Prozent senken. Welche Lebensmittel das sind, hat das Fachportal Medscape Deutschland aus den Fachvorträgen zusammengefasst und wir stellen im Blog die wichtigsten Erkenntnisse vor. Schließlich wollen wir alle unser Gehirn leistungsfähig halten, uns vor Depression und Burnout schützen und dafür sorgen, dass unsere Patienten ihren Genesungsprozess mit der richtigen Kost unterstützen.

Mehr Energie und Selbstvertrauen durch „Hirnnahrung“

Dr. Drew Ramsey von der Psychiatry at Columbia University College of Physicians & Surgeons in New York City fasst die „Hirnnahrung“ in einem kurzen Reim zusammen: Seafood, greens, nuts and beans (Meeresfrüchte, Grünzeug, Nüsse und Bohnen – und ab und zu etwas dunkle Schokolade). „Wir erleben es beinahe täglich in der Klinik: Unter einer für das Gehirn günstigen Kost haben die Patienten mehr Energie, ihr Selbstvertrauen nimmt zu und ihre Bereitschaft, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, nimmt zu. Der Experte warnt auch vor zu viel beige auf dem Teller durch Pizza, Nudeln und Reis. „Halten Sie sich an den Regenbogen“, empfiehlt Ramsey, „denn kräftige leuchtende Farben in der Natur stehen für wertvolle Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe (besonders rot, violett und grün).

Welche Nahrungsmittelgruppen sind am günstigsten für das Gehirn?

Fisch und Meeresfrüchte: Meeresfrüchte und Fisch enthalten sehr viele Omega-3-Fettsäuren, die für das Gehirn gut sind. Schalentiere wie Muscheln oder Austern sind hervorragende Quellen für Vitamin B12 und Zink, für Vitamin D sowie für Jod und Chrom. Schalen- und Krustentiere sind außerdem am engsten mit der Entwicklung unseres Gehirns verknüpft. Wer sich vor Quecksilber in Fischen fürchtet, sollte laut Ramsey eher kleine Fische wie Sardinen, Sardellen und Heringe essen.

Blattgemüse: Eine sehr gute Basis für „Gehirnnahrung“ ist Blattgemüse, das auch eine gute Quelle für Ballaststoffe, Folsäure, Magnesium und Vitamin K ist. Überraschend ist vielleicht für manche, dass Grünkohl, Senf und Pok Choi im Hinblick auf resorbierbares Kalzium die ergiebigsten Quellen auf Erden sind, auch vor der Milch. Blattgrün liefert auch viele Flavonoide und Karotinoide, welche günstige epigenetische Wirkungen haben.

Nüsse: Nüsse enthalten enorm viele wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Sie sind sehr sättigend und unterstützen die Absorption fettlöslicher Nährstoffe. Nüsse liefern zudem Ballaststoffe und Mineralien wie Mangan und Selen. Eine Portion von 22 Mandeln (162 Kalorien) enthält 33 Prozent des täglichen Vitamin-E-Bedarfs, reichlich Eiweiß sowie Mineralien wie Eisen.

Hülsenfrüchte: Nüsse und Hülsenfrüchte sind eine sehr gute Eiweiß- und Nährstoffquelle. Vor allem Kidneybohnen sind äußerst reich an Antioxidanzien. Eine Tasse Linsen enthält 18 g Eiweiß und deckt 90 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Folsäure.

 

Quelle:

Medscape Deutschland, Gesünder dank der richtigen Diät? Das Neueste zu Gluten, Paleo und veganer Ernährung, 8. Oktober 2015

 

srh/KWM
Bildquelle: © Thieme Verlagsgruppe / Meike Bergmann

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