Infektiologen in der Klinik erhöhen Behandlungsqualität

Blutkultur mit Bakterium Staphylococcus aureus© analysis121980/ Adobe.Stock.com

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Haben Stationsärzte die Möglichkeit, sich durch Infektiologen beraten zu lassen, trägt das maßgeblich zu einer höheren Behandlungsqualität und Patientensicherheit bei. Diese Erfahrung hat auch das Universitätsklinikum Jena gemacht: In der Fachzeitschrift „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ berichten Verantwortliche des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene über die Vorgehensweise beim Auftreten des Bakteriums Staphylococcus aureus.

Gefährliche Vermehrung: Staphylococcus aureus

Die Vermehrung von Bakterien im Blut kann innerhalb weniger Tage zum Tod führen. Zu den am meisten gefürchteten Erregern von Blutstrominfektionen gehört das Bakterium Staphylococcus aureus. Es befindet sich bei vielen Menschen auf der Haut oder auf den Schleimhäuten vorhanden. Wenn es über Wunden oder Venenkatheter ins Blut gelangt, kann es zu einer Bakteriämie, einer starken Vermehrung der Bakterien, kommen. Zwischen zehn und 40 Prozent der Patienten sterben infolgedessen. Deshalb ist ein schnelles und konsequentes Handeln seitens der Ärzte gefragt.

Sind Bakterien da, sind es die Infektiologen auch

Am Universitätsklinikum Jena gibt es deshalb bereits seit einigen Jahren ein Team von Infektiologen, das die Ärzte bei der Behandlung von Blutstrominfektionen berät. Seit Mai 2014 wird dieser infektiologische Konsil-Dienst umgehend informiert, wenn das Institut für Mikrobiologie das Bakterium in der Blutkultur eines Patienten nachweist. Zuvor mussten die verantwortlichen Ärzte die Beratung explizit anfordern.

Überlebenschance der Patienten steigt

Unter der Leitung von Professor Mathias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene in Jena, haben Wissenschaftler nun die Wirksamkeit dieser Maßnahme überprüft. Hierzu werteten sie die Daten von 297 erwachsenen Patienten aus, die zwischen Dezember 2012 und August 2015 eine Staphylococcus-aureus-Bakteriämie (SAB) entwickelt hatten. Demzufolge sind von den 138 Patienten, bei denen die Ärzte kein Konsil anforderten, 31 (22,5 Prozent) in der Klinik gestorben. Von den 158 Patienten, bei denen die Ärzte von den Experten unterstützt wurden, starben nur 17 Patienten (10,7 Prozent). Darüber hinaus legt die Studie nahe, dass die Überlebenschance der Patienten sich erhöht, wenn alle Empfehlungen der Experten umgesetzt werden.

Das Wissen um den Nutzen spiegelt sich in der Versorgungsrealität bislang nicht wider

„Unsere Daten werden durch andere retrospektive Studien gestützt, die ebenfalls belegen, dass infektiologische Konsile bei Patienten mit Staphylococcus-aureus-Bakteriämie das Behandlungsergebnis verbessern. Diese gesicherte Erkenntnis steht im Widerspruch zur derzeitigen Versorgungsrealität, die durch einen Mangel adäquat ausgebildeter Infektiologen gekennzeichnet ist“, erklären die Experten abschließend.

Quelle:
FZMedNews, Infektiologisches Konsil verbessert die Prognose bei Blutstrominfektion, September 2018, basierend auf:
A. Kimmig et al.:
Infektiologische Konsile bei Patienten mit Staphylococcus-aureus-Bakteriämie – eine retrospektive Beobachtungsstudie am Universitätsklinikum Jena
DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2018, online erschienen am 31.8.2018

cp/KWM
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