Informiert entscheiden mit Evidenz-basierter Medizin

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Den Anfang fand die Evidenz-basierte Medizin (EbM) 1972 in dem Buch Effectiveness and Efficiency: Random Reflections on Health Services von Archie Cochrane. Dieses skizzierte die Idee, dass medizinisches Handeln wissenschaftlich begründet sein soll. EbM zielt also darauf ab, dass die ärztliche Versorgung auf Grundlage der bestmöglichen verfügbaren Daten beruht.

Die 5 A’s Evidenz-basierter Medizin im klinischen Alltag

Für den praktischen Einsatz im Klinikalltag gibt es eine erprobte Merkhilfe – die 5 A´s der EbM – für die medizinische Qualitätssicherung:

  • Ask: Stellen von klaren, strukturierten Fragen als Recherchebasis
  • Acquire: Wissen aneignen mit geeigneten Quellen und Publikationen für diese Fragestellungen
  • Appraise: Bewerten der gefundenen Ergebnissen gemäß der Evidenzgrade
  • Apply: Anwenden des erlangten Wissens, wobei das Vorgehen angemessen und die individuelle Patientensituation berücksichtigen sollte
  • Assess: Überprüfen der Entscheidung und Erfolgskontrolle

Als Informationsquelle dienen randomisierte Studien, belegte Expertenberichte und -meinungen sowie klinische Erfahrungen. In der Regel besitzen randomisierte Studien einen höheren Evidenzgrad als beispielsweise Beobachtungsstudien und Fallserien.

Evidenz-basierte Gesundheitsversorgung und Pflege

Das Prinzip der EbM wird durch den Begriff Evidence-Based Health Care auf alle Bereiche der Gesundheitsversorgung (organisatorisch und institutionell) erweitert. Hierbei wird eine Behandlungsempfehlung nicht für den einzelnen Patienten, sondern für eine Gruppe von Erkrankten oder die gesamte Bevölkerung ermittelt. Forschungsergebnisse dienen dazu, Empfehlungen, Leitlinien, Richtlinien oder Regulierungen abzuleiten. Speziell für die Pflege hat sich der Begriff Evidence-based Nursing etabliert. Dass das pflegerische Handeln wissenschaftlich begründet sein soll, ist im Krankenpflegegesetz gesetzlich verankert. Die Evidenz-basierte Pflege folgt dabei – ähnlich wie die 5 A´s Evidenz-basierter Medizin – den Schritten: Auftragsklärung, Fragestellung, Literaturrecherche, kritische Beurteilung, Implementierung und Adaption (Veränderung der Pflegepraxis) sowie Evaluation.

Um die aufwendige und zeitintensive Suche nach der bestmöglichen Behandlung zu vereinfachen, gibt es Quellen für systematische Übersichtsarbeiten Evidenz-basierter Medizin und Evidenz-basierter Praktiken. In diesem Zusammenhang zu nennen sind:

 

>Lesen Sie hier: Quellen für die medizinische Recherche – Cochrane und LIVIVO

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