Intelligent vernetzt und voll automatisiert: KI als smarter OP-Manager

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© Thieme & Frohberg GmbH

Smarte Vernetzung ist das Ziel von KI-Initiativen. Durch die Sammlung, Aufbereitung und systematische Auswertung von Daten gelingt es, Optimierungspotenziale aufzudecken, Effizienzsteigerungen zu erzielen, Ressourcen zu schonen und die Behandlungsqualität zu erhöhen. Algorithmen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie durchsuchen die generierten Datenmengen und kommen so automatisiert zu praktikablen Lösungsansätzen. Auf diese Weise lassen sich OP-Abläufe nachhaltig verbessern.

KI-Einsatz beginnt bei der OP-Planung

Operationen terminieren, Patienten zuweisen, Medizinier einteilen, Anästhesisten einbeziehen – die OP-Planung ist komplex. Häufig erledigen Krankenhäuser sie noch weitgehend analog. Outlook und Excel gehören zu den bewährten Einsatztools. Doch das macht die Aufgabe häufig zusätzlich kompliziert. Sind Vorbereitungsgespräche geführt und alle Unterschriften geleistet? Automatisierte Lösungen können die einzelnen Meilensteine in der OP-Planung monitoren und einen Schritt nach dem anderen anstoßen.

Dank eines Szenario-Managers lassen sich auch verschiedene OP-Belegungen durchspielen. Fällt plötzlich ein Arzt aus oder muss ein Patient den Eingriff absagen, schlägt der OP-Manager – unter Einbeziehung aller relevanten Eckdaten – Alternativen vor:

  • Welche Auswirkungen hätte eine Verlegung? Wer wäre davon betroffen? Wer muss informiert werden? Welche Kosten entstehen daraus? Was bedeutet das für andere Operationen?
  • Oder wäre eine veränderte Reihenfolge der Operationen sinnvoll? Ließen sich dadurch Leerlaufzeiten einsparen, Überstunden vermeiden oder Wartezeiten reduzieren?

Ein KI-gesteuerter OP-Manager spielt die verschiedenen Möglichkeiten auf Knopfdruck durch und liefert genaue Vorgehensvorschläge inklusive der Vor- und Nachteile für die Patienten, die beteiligten Ärzte und medizinischen Fachkräfte sowie für die gesamte Station bzw. das Krankenhaus.

Optimierungspotenziale im OP-Saal erkennen und nutzen

Auch während der OP liegen erhebliche Optimierungspotenziale brach. Um diese in Effizienzgewinne umzuwandeln, gilt es diese zu identifizieren. Auch hier soll der Einsatz künstlicher Intelligenz die entscheidenden Impulse liefern. Genau das wird am Mannheim Medical Transfer Center (M2TC) derzeit erprobt: Die Forscher setzen auf die vollständige Vernetzung der Medizingeräte im OP. Die Datenerfassung (vor, während und nach einem Eingriff) erfolgt über Machine-to-Maschine-Kommunikation. Anschließend „übergibt“ man sie an eine künstliche Intelligenz. Algorithmen analysieren die bestehenden Abläufe und zeigen, welche Prozesse bereits optimal funktionieren und an welchen Schnittstellen noch Einspar- oder Verbesserungspotenziale liegen.

Kommunikationswege verschlanken, Prozesse automatisieren

Künstliche Intelligenz in Form von OP-Robotern hat sich längst etabliert. Viele Mediziner sehen in der KI-Unterstützung einen erheblichen Mehrwert: Die digitalen Assistenten arbeiten präziser und ausdauernder und werden im eng getakteten OP-Alltag zu einer immer wichtigeren Stütze. Doch der KI-Einsatz im Operationssaal hört hier noch lange nicht auf. Damit Krankenhäuser trotz Fachkräftemangel die wachsende Zahl an Operationen und minimalinvasiver Eingriffe bei mindestens gleichbleibender Qualität bewältigen können, ist es unerlässlich, auch die Kommunikationswege zu verschlanken und Prozesse zu automatisieren. Wo genau jedoch Ressourcen verloren gehen, hat kein Klinikmitarbeiter im Blick. Zu vielfältig und heterogen sind die Behandlungen und Patientenhistorien, zu komplex ist der Krankenhausalltag. Zu viele Daten also für einen Einzelnen, aber ausreichend Material für eine künstliche Intelligenz.

nl/KWM

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