Interkulturelle Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege

Hände mit Flaggen © Rawpixel.com – Fotolia.com

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Pflegekräfte sind gesucht wie nie, gleichzeitig steigt Anzahl der älteren und pflegebedürftigen Patienten. Darunter sind auch immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund, die einer kultursensiblen Versorgung bedürfen. Interkulturell kompetentes Pflegepersonal ist gefragt. Zudem suchen gerade viele nach Deutschland Geflüchtete eine neue berufliche Perspektiven. Das Irmgard-Bosch-Bildungszentrum am Robert-Bosch-Krankenhaus begegnet diesen Herausforderungen mit einer neuen, vierjährigen Pflegeausbildung in Teilzeitform. Die am 1. September 2017 beginnende Ausbildung soll in besonderer Weise für die pflegerische Berufsausübung in multikulturell ausgerichteten Settings qualifizieren und richtet sich sowohl an deutsche Bewerber als auch an potenzielle Auszubildende mit Migrations- beziehungsweise Flüchtlingshintergrund.

„Mit- und voneinander Lernen“

Das neue Ausbildungsmodell kombiniert eine Pflegeausbildung mit einer interkulturellen Zusatzausbildung. Die Auszubildenden sollen dadurch fundiertes theoretisches und praktisches Wissen in der interkulturellen Pflege erwerben. Dabei absolvieren deutsche Schüler und Schülerinnen die insgesamt vierjährige Ausbildung gemeinsam mit Geflüchteten, zum Beispiel aus Syrien, dem Iran, Irak oder Afghanistan.

75 Prozent umfasst die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, 25 Prozent die interkulturelle Zusatzqualifikation. Die theoretischen, praktischen und interkulturellen Ausbildungsinhalte werden im Blockunterricht am Irmgard-Bosch-Bildungszentrum vermittelt. Die praktischen Einsätze absolvieren die Azubis im Robert-Bosch-Krankenhaus sowie in Einrichtungen der ambulanten Pflege und der Altenhilfe.

Sprachunterricht, Hospitationen, kulturbezogene Inhalte

Die speziellen interkulturellen Lehr- und Lernangebote ergänzen die theoretische Ausbildung und den fachpraktischen Unterricht. Das Zusatzangebot soll kulturbezogenes Wissen und Können, das für die pflegerische Berufspraxis einen Mehrwert darstellt, vermitteln. Es beinhaltet unter anderem arabisch-deutschen Sprachunterricht, Hospitationen auch im europäischen Ausland, Förderunterricht oder Supervisions- und Reflexionsgruppen.

Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation

Die Absolventen erhalten den staatlich anerkannten Berufsabschluss „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“ sowie zusätzlich ein Zertifikat „Interkulturelle Pflegeausbildung“, das die Zusatzqualifikation ausweist. Die Initiatoren des neuen Ausbildungsangebots sehen für die Absolventen sehr gute Berufschancen auf dem Arbeitsmarkt. Schließlich stelle interkulturelle Kompetenz durch die Globalisierung und damit verbundene Zuwanderung eine immer wichtiger werdende Schlüsselqualifikation dar.

Quellen:
Internetseite des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart
Beitrag „Interkulturelle Ausbildung: Gemeinsam wachsen“ in „Die Schwester Der Pfleger“ Ausgabe 7/2017, Seite 94.

jh/KWM
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