Kein E-Health ohne Wissensmanagement

E-Health © iconimage/Adobe.Stock.com

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E-Health gilt als großes Ziel von Politik und Gesundheitswesen. Die Umsetzung erfolgt allerdings holprig. „Bestes“ Beispiel dafür ist die elektronische Gesundheitskarte. Während Home Monitoring, Videosprechstunde sowie digitale Patientenakten technisch längst realisierbar und in anderen Ländern auch Alltag sind, steht das smarte Krankenhaus hierzulande noch ziemlich am Anfang. Grund dafür sind zum einen rechtliche Hürden sowie das Fernbehandlungsverbot. Doch gerade bei diesem Thema ist derzeit viel in Bewegung. Was dabei oft übersehen wird, ist die Tatsache, dass E-Health nicht allein an den Gesetzen scheitert. Viel gravierender ist das schlichte Fehlen von Wissensmanagement – denn ohne den bewussten Umgang mit Daten und Informationen kann auch die beste E-Health-Lösung in der Praxis nicht bestehen.

Von der Information zur Integration: Was kann E-Health leisten?

E-Health – das ist nicht die eine Lösung. Es handelt sich stattdessen um verschiedene medizinische Dienstleistungen, die IT-gestützt umgesetzt werden, um Prozesse zu verschlanken, Ressourcen zu schonen sowie unabhängig von Zeit und Raum handlungsfähig zu sein. Die Anwendungspalette reicht von der reinen Informationsbereitstellung im Internet über die aktive Interaktion im virtuellen Raum bis hin zur Integration aller (para-)medizinischen und gesundheitlich relevanten Daten in einer zentrale Gesundheitsakte.

Im Allgemeinen unterscheidet man bei E-Health-Anwendungen nach aufsteigender Komplexität zwischen Information, Kommunikation, Interaktion, Transaktion und Integration. Um eine möglichst hohe Ausbaustufe von E-Health zu erreichen, bedarf es zum einen entsprechender technischer Voraussetzungen. Dazu zählen Software und Hardware, darunter insbesondere medizinische IT-Lösungen und Speicherkapazitäten. Doch auch die beste Technik ist keine erfolgreiche E-Health-Anwendung, wenn sie nicht aktiv genutzt wird. Genau an dieser Stelle offenbart sich, dass Wissensmanagement im Gesundheitswesen und speziell in Krankenhäusern viel zu lange vernachlässigt wurde. Die Folgen zeigen sich genau jetzt und insbesondere beim Thema E-Health.

Elektronische Daten als Basis für digitale Gesundheitsanwendungen

Wo Daten elektronisch verarbeitet und ausgetauscht werden sollen, müssen sie auch elektronisch vorliegen. In der Praxis trifft das jedoch nur auf einen verhältnismäßig geringen Teil des Datenbestands zu. Informationen schlummern hingegen analog in Arztbriefen, Kladden und Ordnern. Röntgenbilder werden häufig auf dem Postweg in Heftern oder bestenfalls als CD weitergegeben – ansonsten ist das Fax nach wie vor ein sehr beliebtes Kommunikationsmittel.

In der freien Wirtschaft sind klassisch Faxgeräte weitgehend abgeschafft. Hier wird kollaborativ gearbeitet: Daten liegen elektronisch vor. Mitarbeiter greifen von verschiedenen Standorten aus auf ein und dasselbe Dokument zu. Via Chat oder Videokonferenz besprechen sie die vorliegenden Daten. Faxe, CDs und postalische Wissensweitergabe würden in diesem Kontext zu riesigen Zeit- und Ressourcenfressern werden.

Bewusster Umgang mit der Ressource Wissen

Was im Gesundheitswesen und gerade in Kliniken noch fehlt, ist folglich ein Bewusstsein für die Ressource Wissen. E-Health benötigt nicht nur moderne Informations- und Kommunikationstechnik, sondern setzt vernetztes Denken voraus sowie die Bereitschaft, Daten, Informationen und Wissen aktiv auszutauschen.

nl/KWM
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