Kliniken in der Pflicht: Implantatpass für Patienten

Der Implantatausweis wird Pflicht © Thieme Verlagsgruppe – Karl Gamper

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Seit dem 1. Oktober 2015 ist eine Gesetzesänderung für Implantate in Kraft. Gemäß der neuen Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) müssen Kliniken ihren Patienten ab sofort nach der Operation einen Implantatpass aushändigen. Welche Informationen er enthält, für welche Implantate er gilt und welche Vorteile er bringt, lesen Sie hier.

Der Implantatpass enthält folgende Informationen:

  • Patientennamen
  • Datum der Implantation
  • Name des behandelnden Arztes
  • Details des implantierten Medizinprodukts wie etwa den genauen Typ und die Seriennummer

Die Verordnung gilt für die folgenden Implantate:

  • Herzklappen
  • Nicht resorbierbare Gefäßprothesen und –stützen
  • Gelenkersatz für Hüfte oder Knie
  • Wirbelkörperersatzsysteme und Bandscheibenprothesen
  • Brustimplantate

Implantatpässe für Endoprothesen haben über endoCert zertifizierte Einrichtungen schon zuvor ausgestellt. Dennoch sei es wichtig, dass dies nun auch gesetzlich verankert sei, denn der Pass und die Dokumentation der Implantate böten entscheidende Vorteile für die Patientensicherheit, so Experten im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie DKOU, der derzeit in Berlin stattfindet. Mit der Ausgabe des Ausweises sind die Krankenhäuser nämlich gleichzeitig verpflichtet, die Daten digital aufzubewahren und diese auf Anfrage innerhalb von drei Tagen zu ermitteln. So können sie etwa bei Rückrufaktionen von Herstellern oder einer notwendigen Korrektur schneller als bisher allein anhand der Chargen- oder Seriennummer oder des Implantat-Typs betroffene Patienten ausfindig machen. Umgekehrt wird die Recherche in Zukunft auch für die Kliniken leichter.

Weiterentwicklung: Der elektronische Implantatausweis

Schon jetzt bietet das Onlineportal vitabook eine Weiterentwicklung des Papierausweises in elektronischer Form an. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und -entwicklung (NIFE) hat das eHealth-Unternehmen eine interaktive Online-Lösung für Kliniken und Patienten entwickelt. Hier sind neben den bereits genannten Angaben zusätzlich Befunde und Bilder abrufbar, die während der Behandlung gemacht wurden. Mit einem Klick kann die behandelnde Klinik im eigens angelegten Patientenkonto alle Informationen ablegen und zugleich alle Eckdaten auf das Gesundheitskonto des Patienten übermitteln – oder auch an eine andere Klinik.

Quellen:

  1. Pressemeldung zum DKOU 2015, DKOU-Präsidenten begrüßen Implantatpass für jeden operierten Patienten
  2. Der erste Implantatausweis, Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten 2015, 4 (4); S.309
  3. www.implantatausweis.de

cp/KWM
Bildquelle: © Thieme Verlagsgruppe – Karl Gamper

 

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