Können Online-Kurse Versorgungslücken schließen?

© Marco2811/ Adobe.Stock.com

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Der häuslichen Pflege kommt eine stetig wachsende Bedeutung zu. Laut Angaben des statistischen Bundesamtes gibt es derzeit rund drei Millionen pflegebedürftige Menschen – allein in Deutschland. Mehr als jeder Zweite von ihnen wird zu Hause versorgt. Häufig von Angehörigen. Doch die fühlen sich mit den Anforderungen häufig allein gelassen. Kompetente Ansprechpartner fehlen, insbesondere am Anfang. Für externe Schulungen bleibt hingegen keine Zeit. E-Learning kann diese Lücke schließen. Als klassische Methode aus dem Werkzeugkasten des Wissensmanagement kombiniert es den Kompetenzerwerb optimal mit den persönlichen Lernanforderungen sowie den individuellen Rahmenbedingungen – und kann so die Versorgungsqualität maßgeblich verbessern.

Fragen entstehen oft erst im konkreten Behandlungskontext

Das Gespräch mit dem Arzt oder Pfleger ist immer nur eine Momentaufnahme. Und auch auf die Frage, ob es noch Unklarheiten gibt, kommen – wenn überhaupt – nur wenige allgemeine Sachverhalte zur Sprache. Die wichtigen Aspekte fallen den pflegenden Angehörigen oft erst in der konkreten Situation ein. Nämlich dann, wenn sie schlichtweg überfordert sind. Doch dann ist in der Regel niemand zur Stelle, der ihnen noch einmal zeigt, wie man eine Spritze setzt oder den Urinbeutel wechselt.

Expertenwissen in Form von Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Genau das können aber E-Learning-Formate leisten. Einerseits vermitteln solche Online-Weiterbildungen allgemeines Wissen und vertiefen es. Richtig konzipiert schaffen sie aber noch viel mehr. In Form von Micro-Schulungen stellen sie Alltagssituationen realistisch nach – und geben Schritt-für-Schritt-Anleitungen im Videoformat. Qualitativ hochwertig, medizinisch fundiert und geprüft. Wie ein YouTube-Clip lassen sich die Filmsequenzen mit nur einem Knopfdruck abspielen und beliebig oft wiederholen. Und zwar direkt in der konkreten Alltagssituation, zum Beispiel auf dem Tablet. Für die Pflegenden bedeuten solchen Angebote ein Mehr an Sicherheit. Sie haben rund um die Uhr alles erforderliche Wissen zur Hand, ohne auf externe Unterstützung angewiesen zu sein.

E-Learning als wichtiger Baustein im demografischen Wandel

Solche Wissensportale entlasten den gesamten medizinischen Apparat und erhöhen die Versorgungsqualität insbesondere in der häuslichen Pflege. Dieser Aspekt wird in der Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen. Schließlich leben wir in einer alternden Gesellschaft. Gleichzeitig nimmt die Lebenserwartung weiter zu. Der Pflegeaufwand wird damit in den nächsten Jahren und Jahrzehnten exponentiell ansteigen. Zudem sinkt die Zahl der potenziell Erwerbsfähigen. Der Fachkräftemangel macht sich in der Pflege mit ihren speziellen Rahmenbedingungen – angefangen bei der hohen körperlichen und psychischen Belastung über die oft wenig familienfreundlichen Arbeitszeiten bis hin zur Entlohnung – besonders bemerkbar. Eine Trendwende ist dabei nicht in Sicht. Folglich wird sich die Pflege in Zukunft noch mehr in die Familien verlagern. Die Herausforderung besteht darin, die Versorgungsqualität auch in den eigenen vier Wänden zu garantieren. Innovative E-Learning-Formate können hier den Weg weisen.

nl/KWM
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