Kommunikation ist keine Einbahnstraße!

Kommunikation © stokkete/adobe.stock.com

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Sie stehen täglich in einem – hoffentlich – aktiven Austausch mit Ihrem beruflichen Umfeld. Sie sprechen mit Kollegen und Patienten. Doch wie erfolgt die Kommunikation nach innen und nach außen? Oder anders gefragt: Welche Wege geht der Informationsfluss in Ihrer Klinik? Und: Funktioniert er überhaupt reibungslos? Diese Fragen sind aus mehreren Gründen essentiell. Wirtschaftliche Aspekte spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Patientensicherheit. Und auch Wissensmanagement kann nur funktionieren, wenn zielgerichtete Kommunikation stattfindet.

Wissenskommunikation als Teil des medizinischen Alltags

Neben dem fachspezifischen Wissen der Mediziner ist die richtige Kommunikation der wichtigste Baustein für erfolgreiches Agieren im Krankenhaus. Kommunikation stößt Arbeitsabläufe an und sorgt für einen reibungslosen Ablauf – allerdings nur dann, wenn die Botschaften beim Gegenüber auch ankommen. Anderenfalls führt Kommunikation zu Missverständnissen und Zeitverlusten. Dann bindet sie wertvolle Ressourcen und führt langfristig zu Konflikten. Der Grund dafür liegt in ihrer Bedeutung für den Wissensprozess: Mediziner erwerben ihr Know-how während des Studiums und berufsbegleitend durch Erfahrungen. Im täglichen Klinikbetrieb gilt es, dieses Wissen nicht nur anzuwenden, sondern auch zu verteilen. Die Wissensweitergabe erfolgt dabei quasi nebenbei – zum Beispiel als Anweisung an den Facharztkollegen oder in Form von Erklärungen während der Visite, unter anderem adressiert an den Patienten.

Gerade unter Zeitdruck fallen die Ausführungen dabei mitunter etwas knapper aus. Wie reagieren Sie in einem solchen Fall auf Nachfragen des Assistenzarztes? Und: Traut er sich überhaupt nachzuhaken? Noch immer mangelt es in deutschen Kliniken an einer echten Kommunikationskultur. Ein offener Austausch, der auf Augenhöhe stattfindet und auch Fehler toleriert, ist nach wie vor die Ausnahme.

Feedback: Wissensquelle statt Schreckgespenst

Das zeigt sich auch in der klinikinternen Kommunikation. Diese findet, wenn überhaupt, nur punktuell und top-down statt. Dabei gilt es, gerade in Zeiten des demografischen Wandels, die Mitarbeiter aktiv einzubinden. Wie steht es um die Klinik? Wohin steuert die Organisation? Wie geht man mit dem Fachkräftemangel um? Welche Herausforderungen liegen vor uns? Und wie wollen wir sie meistern? Das Feedback der Belegschaft – und, noch einen Schritt weiter, der Patienten – ist eine nahezu unerschöpfliche Wissensquelle und birgt ungeahnte Verbesserungspotenziale.

Doch noch immer gilt Feedback vielerorts als Schreckgespenst. Das zeigt sich auch bei der Zurückhaltung in punkto Social Media. Statt auf einen interaktiven Austausch zu setzen, informieren Krankenhäuser ihre Belegschaft häufig mit dem Gießkannenprinzip: Bereits beschlossene Fakten werden als unanfechtbarer Status quo verkündet. Frei nach dem Motto: So ist es. Nimm es hin. Ändern kannst du es sowieso nicht. Doch genau in dieser Haltung liegt der große Fehler! Erfolgreiche Kommunikation darf keine Einbahnstraße sein.

Raum für Wissensaustausch schaffen

Die Mitarbeiter wollen einbezogen werden. Sie möchten mitbestimmen und sich wertgeschätzt fühlen. Kommunikation – im Sinne von miteinander reden – ist die Voraussetzung dafür. Für Kliniken bedeutet das, sich auf das Personal einzulassen und Kommunikationskanäle zu schaffen, die einen gezielten Austausch, sowohl intern wie extern beziehungsweise formell und informell, überhaupt erst ermöglichen.

So kommen Ärzte ins Gespräch. Untereinander, aber auch mit dem Pflegepersonal. Und mit den Patienten. Auf diese Weise ergeben sich Mehrwerte und Schnittstellen. Und, das Wichtigste, es entsteht eine Kommunikationskultur. Diese gilt als Voraussetzung für etliche Herausforderungen, die auf die Kliniklandschaft warten: Ob Fachkräftemangel, drohender Wissensverlust oder Digitalisierung. All diese Projekte brauchen vor allem eines: zielgerichtete Kommunikation und offenen Austausch.

nl/KWM
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