Kompetenzentwicklung im Krankenhaus

Ärzte, Pfleger und Verwaltungsangestellte – sie alle brauchen einschlägiges Wissen und fachliche Kompetenz, um ihren Beruf optimal ausüben zu können. Gerade im Gesundheitswesen gilt es dabei, stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben, schließlich ändern sich die Erkenntnisse permanent, auch rechtliche Aspekte müssen beachtet und berücksichtigt werden. Darüber hinaus benötigt das Personal aber auch praktische Kompetenzen, die sich nur schwer in externen Kursen erlernen lassen, sondern die es sich berufsbegleitend aneignen muss. Eng damit verbunden sind zudem mentale Strategien. Sie sind unerlässlich, um die Herausforderungen des Klinikalltags langfristig bewältigen zu können.

Weiterbildung oder Fortbildung?

Weiterbildung ist in der Medizin ein Muss. Welche Weiterbildungen zwingend erforderlich sind, geht aus der Weiterbildungsordnung hervor. Ärzte erlangen durch Weiterbildung zusätzliche Kompetenzen, sie können sich spezialisieren und besondere Schwerpunktthemen setzen. Im Unterschied dazu zielen Fortbildungen auf den Erhalt der bestehenden Kompetenzen, ohne Zusatzqualifikationen zu erlangen.

Externe Bildungsangebote vs. berufsbegleitende Kompetenzentwicklung

Bei externen Bildungsangeboten geht es in aller Regel um den Erwerb von Fachwissen. Dieses Know-how ist für alle Berufsgruppen im Krankenhaus unerlässlich, zählt es doch zu ihrem Handwerkszeug. Doch Fachwissen allein macht noch keinen guten Arzt oder kompetenten Pfleger aus. Wie das erworbene Fachwissen in unterschiedlichen Praxissituationen korrekt angewandt wird, das lernen Klinikmitarbeiter in ihrem täglichen Doing. Parallel dazu müssen sie sich mentale Strategien erarbeiten, um mit der hohen physischen und psychischen Belastung im Krankenhausalltag umgehen zu können. Daher reicht es beispielsweise keineswegs aus, Pflegeschüler lediglich als „Handlanger“ oder temporäre „Arbeitshelfer“ einzusetzen. Stattdessen gilt es, Lernziele auf fachlicher, methodischer und mentaler Ebene zu definieren und einen Mentor zu bestimmen, um die Lernerfolge während der sechs bis zehn Wochen dauernden Einsatzzeit zu überprüfen und in Gesprächen zu reflektieren. Schließlich geht es darum, die Schüler auf ihr späteres Arbeitsleben adäquat vorzubereiten.

Eine Lern- und Weiterbildungsstrategie als wichtiges Personalinstrument

Nachhaltige Personalarbeit sollte für jeden Beschäftigten ein individuelles Lern- und Weiterbildungskonzept entwerfen. Moderne Wissensmanagement-Lösungen, die auf die Mitarbeiterentwicklung fokussieren, helfen, bestehende Kompetenzen zu erfassen sowie Wissenslücken zu identifizieren. Und zwar nicht nur auf fachlicher Ebene. In Abhängigkeit von den strategischen Klinikzielen und den mitarbeiterspezifischen Wünschen lässt sich ein Soll-Zustand skizzieren. Die beiden zentralen Fragen lauten: Wo wollen wir hin? Und welche Kompetenzen werden dafür benötigt?

Fluktuation & Co: Personalentwicklung verlässlich vorhersehen

Eine hohe Fluktuation im Krankenhaus kann verschiedene Auslöser haben. Es muss analysiert werden, welche Ursachen dieser Entwicklung zugrunde liegen: Sind die Mitarbeiter überlastet? Hat die Abwanderung psychische oder physische Gründe? Und ist eher ein Resilienz-Training zielführend? Oder brauchen die Fachkräfte Angebote zur Rückenschulung? Moderne Wissensmanagement-Ansätze erlauben dabei tiefe Einblicke in interorganisationale Tendenzen: Eine Kombination aus Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz ist die so genannte „Predictive HR“. Auf Basis von Algorithmen erkennt sie Muster und entwirft anhand von Wahrscheinlichkeiten treffsichere Szenarien, wie sich die Personalsituation in der Klinik entwickeln wird. Zudem gibt sie Aufschluss darüber, mit welchen Maßnahmen sich negative Trends noch vor ihrem Entstehen abwenden lassen.

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