Krankenhaus Barometer 2018 Teil 1: Investitionskosten sind erdrückend

Kosten im Gesundheitswesen © Andy Dean/ Adobe.Stock.com

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Zum neuen Jahr hat das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) sein Krankenhaus Barometer für 2018 vorgelegt. Dafür haben rund 250 Kliniken ab 100 Betten Auskunft über ihre wirtschaftliche Lage und ihren Investitionsbedarf gegeben. Dem Bericht zufolge schätzt nur jede vierte Klinik ihre wirtschaftliche Lage als „eher gut“ ein, jede dritte aber als unbefriedigend. Nur 37 Prozent erwarten eine Verbesserung ihrer Lage im nächsten Jahr.

Fast jede dritte Klinik schreibt Verluste

Verglichen mit dem letzten Bericht, hat sich die finanzielle Lage der Krankenhäuser kaum verändert: So hat fast jedes dritte Allgemeinkrankenhaus in Deutschland im Jahr 2017 Verluste geschrieben. Der Anteil der Kliniken mit einem Jahresüberschuss liegt bei rund 60 Prozent und der Anteil der Häuser mit einem ausgeglichenen Jahresergebnis bei 11 Prozent.

Mittelgroße Häuser schneiden am besten ab

Nach Bettengrößenklassen differenziert, wiesen die Häuser der mittleren Bettengrößenklasse mit 300 bis 599 Betten mit 65 Prozent am häufigsten einen Jahresüberschuss und am seltensten (23 Prozent) einen Jahresfehlbetrag auf. Nach der Entwicklung der Jahresergebnisse gegenüber dem Jahr 2016 gefragt, gaben 49 Prozent der Einrichtungen an, dass ihr Ergebnis insgesamt gesunken ist. Bei 31 Prozent ist es gestiegen. Bei den übrigen ist es konstant geblieben.

Hohe Investitionskosten weiterhin problematisch

Die Investitionssumme der Allgemeinkrankenhäuser für 2017, so die Ergebnisse der Befragung, liegt bei Einrichtungen ab 100 Betten bei 6,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem mittleren Investitionsvolumen von rund 15.000 Euro je Bett oder 5,8 Millionen Euro je Krankenhaus. Die finanziellen Mittel speisen sich zu 44 Prozent aus öffentlichen Mitteln. Hierzu zählen Einzel- und Pauschalförderung, die in einigen Bundesländern verwendete Baupauschale sowie die Mittel für die Unikliniken. Der Rest verteilt sich auf Eigenmittel (27,6 Prozent), Trägerzuschüsse (9,4 Prozent), Kapitalmarkt (16,7 Prozent) und Sonstiges (2 Prozent). Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Gerald Gaß, sieht in den hohen Investitionskosten das größte Problem. „Hier werden die Länder ihrer Verantwortung nicht gerecht“, betont er in einer Mitteilung anlässlich der Veröffentlichung. Es verwundere daher auch nicht, dass nur jede vierte Klinik ihre wirtschaftliche Lage als „eher gut“ einschätze, jede dritte aber als unbefriedigend. Bei den Aussichten auf das Jahr 2019 sieht es nicht besser aus: 37 Prozent befürchten eine Verschlechterung der Lage, nur 18 Prozent erwarten Verbesserungen.

Krankenhaus Barometer 2018

Das Krankenhaus Barometer ist eine jährlich durchgeführte Repräsentativbefragung deutscher Krankenhäuser zu aktuellen gesundheits- und krankenhauspolitischen Themen. Die Umfrage wird im Auftrag der Träger des DKI erstellt – erstmals im Jahr 2000; das sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) und der Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK). Ziel ist es, den Krankenhäusern und den Krankenhausverbänden zeitnahe Informationen zum aktuellen Krankenhausgeschehen zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse des Krankenhaus Barometers 2018 beruhen auf der schriftlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von zugelassenen Allgemeinkrankenhäusern ab 100 Betten in Deutschland, welche von April bis Mitte Juli 2018 durchgeführt worden ist. Beteiligt haben sich insgesamt 249 Krankenhäuser.

Wenn Sie sich für weitere Ergebnisse des Krankenhaus Barometers 2018 interessieren, lesen Sie hier weiter.

Quellen:
Krankenhaus Barometer 2018: Investitionsstau gefährdet Krankenhaus-Versorgung, Pressemeldung der DKG, 28.12.2018
DKI-Krankenhaus Barometer 2018 abrufbar unter www.dki.de

cp/KWM
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