Krankenhausapotheke der Zukunft

Medikamente © Studio Nordbahnhof/ Thieme Gruppe

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Die Arzneimittelsicherheit rückt immer stärker in den Fokus des medizinischen Versorgungsauftrags. Damit wächst auch die Bedeutung der Klinikapotheke für das Image und die Reputation einer Einrichtung. Die Unternehmensberatung Curatis hat 500 Krankenhäuser dazu befragt, welche Änderungen ganz oben auf der Agenda stehen, um sich für die Arzneimittelversorgung der Zukunft gut aufzustellen.

Laut Curatis verstehen immer mehr Kliniken ihre Apotheke als zentralen Bestandteil eines integrierten Prozess- und Qualitätsmanagements. So tendierten drei Viertel der großen Krankenhäuser bei der Medikamentenerfassung künftig zum Einsatz einer patienten- und fallbezogenen Software. Selbst bei den Grund- und Regelversorgern wollten mehr als die Hälfte der befragten Häuser mehr Patientensicherheit durch den Einsatz moderner IT-Lösungen im Medikationsprozess gewinnen, erklärt Norbert Werner Lenhard, Geschäftsführer bei Curatis gegenüber Health & Care Management online.

Unit Dose – individuelle und digitalisierte Arzneimittelversorgung

Die patientenindividuelle Arzneimittelversorgung (Unit Dose) ist eine von vielen Maßnahmen, mit denen Kliniken, die eine eigene Apotheke betreiben, ihre Leistungen aufwerten wollen. Das heißt, alle Arzneimittel werden durch die Klinikapotheke individuell für jeden Patienten zusammengestellt, verpackt, etikettiert und dann direkt an die Station geliefert. Dahinter steht ein digitaler Prozess, an deren Anfang die elektronische Verschreibung durch den Arzt mit integrierter Dosier- und Interaktionsprüfung steht. Es folgt eine automatisierte patientenbezogene Kommissionierung von Einzeldosen. Nach der Auslieferung sorgt eine IT- oder Barcode-gestützte Verabreichungsdokumentation dafür, dass alle notwendigen Daten zur Medikation im System jederzeit abrufbar und nachvollziehbar sind.

Die Befragung ergab aber auch, dass nicht alle der 500 Einrichtungen standardisierte Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung zur Herstellung von Arzneimitteln implementiert haben. Nicht alle verfügten über eine entsprechende Zertifizierung („Good Manufacturing Practice“). Darüber hinaus empfiehlt die Unternehmensberatung Kliniken, dass sie mehr als bisher ihre Apothekenleistung öffentlich ausschreiben. „Hier könnten Krankenhäuser deutliche Einsparpotenziale realisieren und ihre Medikamenten- und Arzneimittelversorgung bei einem optimierten Personaleinsatz zugleich an ihre Bedarfe anpassen“, davon ist Lenhard überzeugt.

„Die Zukunft gehört einer Medikamentenversorgung, die steigende Qualitäts- und Serviceansprüche mit hohem Kostenbewusstsein verbindet“, sagt Lenhard.

Der Krankenhausapotheker von morgen sei nicht mehr ausschließlich Pharmazeut, sondern vielmehr ein ganzheitlich denkender Prozessmanager.

Quelle:
Vom Hinterhof an den Point of Care: Kliniken wollen die Krankenhausapotheke aufwerten, Health & Care online, 6.3.2018

cp/KWM
Bildquelle: © Studio Nordbahnhof/ Thieme Gruppe

 

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